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XYMOX

Twist Of Shadows

Die Historie der 1981 in den Niederlanden gegründeten CLAN OF XYMOX, die phasenweise aber auch als XYMOX auftraten und veröffentlichten, ist komplex und verworren, die Zahl der Releases gerade in den späten Achtzigern und weit in die Neunziger hinein zahlreich.

Mit dem titellosen Debütalbum auf 4AD in der Hochzeit des klassischen Wave/Goth begann ihre Karriere, mit „Medusa“, ebenfalls auf 4AD und 1986 erschienen, erreichten sie ihre Höchstform, feierten aber als XYMOX mit „Twist Of Shadows“, 1989 auf dem Wing Records-Sublabel des Majors Polydor erschienen, ihren größten Erfolg.

Vom mysteriösen, dunklen, mächtigen Sound des Vorgängers hatten sie sich damit verabschiedet, wie viele Zeitgenossen des Achtziger-Goth, allen voran THE SISTERS OF MERCY, und ihre Musik einer poplastigen Grundüberholung unterzogen, die zwar produktionstechnisch bis heute überzeugt, aber letztlich nur dem Weg folgte, dem NEW ORDER schon viele Jahre vorher gegangen waren: massenkompatible Popmusik mit einem gewissen Underground-Touch.

Das Konzept ging auf, in den USA wurden sie zu Underground-Stars, verkauften von dem Album weltweit über 300.000 Exemplare. „Obsession“ und „Blind hearts“ wurden fleißig in den College-Radiosendern und Clubs gespielt und begründeten die Bekanntheit, von der die Band mit dem heute einzig verbliebenen Gründungsmitglied Ronny Moorings bis in die Gegenwart zehrt.

Nun wurde dieses Album im Doppel-CD- und Doppel-LP-Format neu aufgelegt, ergänzt um diverse Bonustracks (Remixe), und ich bin gnädig gestimmt: Auch mit drei Jahrzehnten Distanz fällt „Twist Of Shadows“ stark ab gegenüber „Medusa“, aber man kann seinen Frieden machen mit diesem Album, gerade im Wissen darum, was folgte – seltsame Acid House-inspirierte Releases in den frühen Neunzigern, bevor es ab den späten Neunzigern wieder aufwärts ging.