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KIND KAPUTT

Zerfall

Mit „Zerfall“ ließen KIND KAPUTT im März ihr Debütalbum auf die Welt los, ein Bündel aus Hilflosigkeit und Hoffnung, irgendwo zwischen FJØRT, MARATHONMANN und HEISSKALT: Der gleiche wankelmütige Mix aus bleiernen Melodien, Phrasierungen zwischen Appell und Apathie, verzweifelt-kratzigen Shoutings und fragilen Worten, die teils Überschneidungen mit denen von HEISSKALT zeigen.

Und schwups, hatte ich Lust bekommen, mal wieder HEISSKALT zu hören. Hm. Ein Appetizer also. Erst nach ausgiebigem Hören konnte ich mich etwas von dem Vergleich lösen. Doch, die Jungs machen schon ihr eigenes Ding, sind wuchtiger, drückender, beißender.

Die Last des Protagonisten, dessen Weg zum Erwachsensein über die zwölf Songs begleitet wird, mit all den Ängsten, Unsicherheiten und dem Leistungsdruck, wird eindringlich spürbar. Nur den Gesang von Johannes finde ich zu glatt – was für andere wiederum als charakteristischer Kontrast gelten kann.

Dafür haut mich das Gutturale umso mehr um, wie beim Song „Akzeptanz“, der die Platte mit einem derben Knall enden lässt: „Und vielleicht gilt es zu akzeptieren, dass wir uns niemals wirklich angekommen fühlen.

Und vielleicht verlieren wir irgendwann die Angst davor, uns selbst genug sein“ – wow, direkt ins Mark. Am Ende steht der Zerfall? Nicht bei KIND KAPUTT. Da entsteht gerade etwas Großes.