HEAVY TRIP

Die meisten Spielfilme, in denen fiktive oder real existierenden Personen nachempfundene Sportler thematisiert werden, unterscheiden sich kaum von denen über Musiker oder Bands. Oft geht es dabei um irgendwelche Loser, die irgendwann doch noch Erfolg haben, damit das Ganze auch als Feelgood-Movie funktioniert, denn wer will schon deprimiert das Kino verlassen? Wie sonst auch bestätigen Ausnahmen die Regel, etwa Clint Eastwoods „Million Dollar Baby“, dessen Geschichte wenig hoffnungsvoll ist.

Das durch „This Is Spinal Tap“ oder „Blues Brothers“ beeinflusste Spielfilmdebüt „Heavy Trip“ der finnischen Regisseure Jukka Vidgren und Juuso Laatio sitzt in dieser Hinsicht zwischen den Stühlen von Drama und Parodie und erzählt die Geschichte der amateurhaften Metal-Band IMPALED REKTUM, die in einem Kaff in Finnland wie zahllose andere Hobby-Musiker vor sich hin dilettiert.

Ihren Stil nennen sie „Symphonic-Post-Apocalyptic-Reindeer-Grinding-Christ-Abusing-Extreme-War-Pagan-Fennoscandian-Metal“. Das ambitionierte Ziel lautet, auf einem großen Metal-Festival in Norwegen aufzutreten, was durch einen absurden Zufall sogar plötzlich möglich wird.

Dumm nur, dass sich der Sänger auf der Bühne erst mal übergeben muss, bevor er auch nur einen Ton herausbringt und der Schlagzeuger zwischenzeitlich bei einem Autounfall umkommt und durch den Insassen einer Klapsmühle ersetzt wird, wo der Sänger als Pfleger arbeitet.

Nach einem unendlichen Wacken-Trailer hat man kurz das Gefühl, „Heavy Trip“ würde vor allem der Belustigung von EMP-Kunden und Rock Hard-Lesern dienen, tatsächlich gelingt den Machern mit ihrer überwiegend harmlosen und inhaltlich etwas holperigen Dramedy aber ein unterhaltsames Spiel mit Metal-Klischees, inklusive Grabschändung, Wikingern und Corpsepaint.