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NEÀNDER

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Auf dem Cover ein schwarzes Bergmassiv, Bandname vom Typ archaisch-grobschlächtig, als Schriftfont unleserliches Runengekrakel, die Songtitel vermeintlich skandinavisch und/oder mit Sønderzeichen, Songlänge meist fast zehn Minuten ...

Schublade „Doom, Stoner, Post-XYZ“ auf. NEÀNDER rein. Schublade zu. Fall erledigt. Wäre da nicht die Musik! Die setzt zwar 1:1 das um, was die Verpackung verspricht, ist aber so ein gottverdammt episches und ultramassives Riffbiest, dass man kaum glauben mag, ein Debütalbum zu hören.

Gut, da sind Jungs von PATSY O’HARA und der Live-Formation eines nicht ganz unbekannten deutschen Rappers dabei, so dass „Debüt“ hier etwas relativ ist. Andererseits: nicht wenige Stoner-Combos würden sich kollektiv den linken Arm abhacken lassen, um bei Album Nummer sechs endlich mal dieses Level zu erreichen.

Unterm Strich fehlt es ein wenig an Bissigkeit, aber das soll wohl so. Was hingegen ganz und gar nicht fehlt, ist der fehlende Sänger.