Reviews : CHERRY / Nico Walker :: ox-fanzine.de

Das aktuelle Ox

Unsere Aboprämie

Wer das Ox bis zum 01.11.2019 neu abonniert, erhält auf Wunsch das neue REFUSED-Album „War Music“ (Spinefarm) auf CD als Prämie. (Versand ab 18.10. Solange Vorrat reicht.)

 

Abo gegen Tasche!

Wer das Ox neu abonniert, wer ein Abo verschenkt oder als Ox-Abonnent einen neuen Abonnenten wirbt, der bekommt von uns die Ox-Tasche (fair gehandelte Bio-Qualität) geschenkt!

 

California über alles

"California über alles - Dead Kennedys Wie alles begann" ist das erste umfassende Buch über die DEAD KENNEDYS. Es konzentriert sich auf die Gründungs­phase der Band in der Szene von San Francisco bis zum Erscheinen des ersten Albums "Fresh Fruit For Rotting Vegetables". Autor Alex Ogg sprach dafür mit vielen Zeitzeugen.

 

Kochen ohne Knochen

Das Ox-Kochbuch 5 & Kochen Ohne Knochen #23

Kochen ohne Knochen - Das Ox-Kochbuch 5: Über 200 rein pflanzliche Rezepte für Beginner und Könner, für Veganer, Vegetarier und Allesesser, von simpel bis anspruchsvoll. Von Punks, nicht nur für Punks.
Dazu jede Menge Merchandise rund ums Kochbuch: Küchenmesser, Profimesser, Hand- und Geschirrtuch, Küchenschürze, Stofftasche, Sparschäler, Frühstücksbrettchen, Pfannenwender, Buttons, ...

Kochen ohne Knochen #23: Die neue Ausgabe des veganen Magazins ist jetzt im Handel und bei uns erhältlich.

 

Bücher - Reviews

CHERRY

Nico Walker

Format: Buch

Label: Heyne Hardcore

384 S., 22 Euro

Webseite


Eine „Cherry“ ist im Slang der US-Armee, basierend auf der eigentlichen Slang-Bedeutung „Jungfrau“, ein junger, unerfahrener Soldat. Und ein solcher war Nico Walker, Jahrgang 1985, als er 2005 nach einer kurzen Ausbildung als Sanitäter im Irak landete und dort im Kampf verwundete Kameraden verarzten sollte – so es nach Guerilla-Angriffen mit Sprengsätzen auf die Patrouillen der Amerikaner durch irakische Aufständische noch was zu verarzten gab.

Walker war zur Armee „geflohen“ aus einer unglücklichen Beziehung, ziellosem Herumstudieren und zu viel Drogen, und wie Zehntausende vor ihm glaubte er, die Armee wäre der Ort, um ihn auf die richtige Spur zu bringen.

Das Gegenteil war der Fall, Drogen (Druckluftspray zum Reinigen von Computern!) gab es auch da, Tod, Terror und Sinnlosigkeit des Einsatzes machten ihn kaputt, hinterher ging es „lustig“ weiter nach unten, bis Walker 2010 begann, Banken in seiner Heimatstadt Cleveland auszurauben für seine Drogensucht und nach zehn Überfällen im April 2011 geschnappt wurde.

Elf Jahre Knast bekam er, im November 2020 soll er freikommen. Ganz arm wird er dann nicht sein, denn nach einem BuzzFeed-Bericht 2013 bemühte sich Matthew Johnson von Tyrant Books, den man auch wegen seines Labels Fat Possum Records kennt, darum, von Walker dessen Lebensgeschichte aufgeschrieben zu bekommen, die, so sieht man es in den USA, in den Kontext der dramatischen, in Europa kaum zur Kenntnis genommenen Opioid-Epidemie passt.

Walkers Buch ist erstaunlich nüchtern – sehr trocken, rational und reflektiert schrieb er eine Geschichte auf, die ausweislich seines Vorworts „frei erfunden“ ist. Es ist einmal mehr die „Banalität des Bösen“, die schockt.

Joachim HillerNico Walker

CHERRY

Heyne Hardcore • heyne-hardcore.de • 384 S., 22 Euro • Eine „Cherry“ ist im Slang der US-Armee, basierend auf der eigentlichen Slang-Bedeutung „Jungfrau“, ein junger, unerfahrener Soldat.

Und ein solcher war Nico Walker, Jahrgang 1985, als er 2005 nach einer kurzen Ausbildung als Sanitäter im Irak landete und dort im Kampf verwundete Kameraden verarzten sollte – so es nach Guerilla-Angriffen mit Sprengsätzen auf die Patrouillen der Amerikaner durch irakische Aufständische noch was zu verarzten gab.

Walker war zur Armee „geflohen“ aus einer unglücklichen Beziehung, ziellosem Herumstudieren und zu viel Drogen, und wie Zehntausende vor ihm glaubte er, die Armee wäre der Ort, um ihn auf die richtige Spur zu bringen.

Das Gegenteil war der Fall, Drogen (Druckluftspray zum Reinigen von Computern!) gab es auch da, Tod, Terror und Sinnlosigkeit des Einsatzes machten ihn kaputt, hinterher ging es „lustig“ weiter nach unten, bis Walker 2010 begann, Banken in seiner Heimatstadt Cleveland auszurauben für seine Drogensucht und nach zehn Überfällen im April 2011 geschnappt wurde.

Elf Jahre Knast bekam er, im November 2020 soll er freikommen. Ganz arm wird er dann nicht sein, denn nach einem BuzzFeed-Bericht 2013 bemühte sich Matthew Johnson von Tyrant Books, den man auch wegen seines Labels Fat Possum Records kennt, darum, von Walker dessen Lebensgeschichte aufgeschrieben zu bekommen, die, so sieht man es in den USA, in den Kontext der dramatischen, in Europa kaum zur Kenntnis genommenen Opioid-Epidemie passt.

Walkers Buch ist erstaunlich nüchtern – sehr trocken, rational und reflektiert schrieb er eine Geschichte auf, die ausweislich seines Vorworts „frei erfunden“ ist. Es ist einmal mehr die „Banalität des Bösen“, die schockt.

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #145 (August/September 2019)

Suche

Ox präsentiert

MESSED UP

MESSED UP sind vier Grrrls aus der Stadt Grodno nahe der polnischen und litauischen Grenze. Das Quartett gründete sich 2015 mit dem Willen, der Lethargie seiner postsowjetischen Heimat zu entfliehen und den sozialen Erwartungen und Zwängen der ... mehr