LEE MOSES

How Much longer Must I Wait?

Nach dem lange überfälligen Rerelease des ersten (und einzigen) Albums des Southern Soul-Mysteriums Lee Moses blieben so manche Fragen offen. Vor allem, warum in drei Teufels Namen „Bad girl“, die wohl stärkste Nummer des Soul-Crooners, nicht den Weg auf das Album gefunden hatte.

Nun bringt Future Days endlich den lang ersehnten Nachschub mit einer Zusammenstellung von Singles und Raritäten aus der kurzen Schaffensperiode von Lee Moses von 1965 bis 72. Enthalten sind alle seine Non-Album-Singles inklusive der B-Seiten, zudem noch drei bislang unveröffentlichte Nummern.

Der größte Teil stammt aus der Zeit vor dem Album „Time And Place“, aufgenommen mit Produzent Johnny Brantley, viele davon für das kleine Indielabel Musicor aus Atlanta. Ein wahres Highlight ist jedenfalls darunter, die schmachtend-verzweifelte Fassung von „Pouring water on a drowning man“, eine Sternstunde des Südstaaten-Souls der frühen Siebziger.

Über die neu entdeckten „verschollenen“ Songs ist nicht viel bekannt, so wie insgesamt nicht viel über Lee Moses. Womöglich ist das auch der Grund, warum Future Days auch mit Informationen im Booklet geizt, leider enthält dies keine Linernotes und allenfalls ein paar knappe Release-Credits.

Ansonsten aber eine starke Koppelung eines weitgehend übersehenen Soul-Künstlers, der das Zeug gehabt hätte, da weiterzumachen, wo Otis Redding leider viel zu früh abtreten musste.