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SAINT VITUS

s/t

Seit 2015 ist das Kapitel Wino bei SAINT VITUS wieder abgeschlossen, dabei hatte der auf dem Comeback-Album „Lillie: F-65“ von 2012 und auch bei den Shows mit seiner markanten Stimme perfekt abgeliefert.

Der neue Sänger ist der alte, Scott Reagers, von 1979 bis 1986 und dann von 1994 bis 1996 sang er, und bis heute scheiden sich die Geister, ob nun Wino oder Scott die bessere Besetzung war beziehungsweise ist.

Ich muss klar sagen, mein Mann war immer Wino, seine Stimme ist spezieller, markanter, „typischer“ SAINT VITUS. Wie dem auch sei, das titellose neue Album der Doom-Metal-Legende ist solide, lehnt sich schon gesanglich an die ersten beiden Platten an.

Neben Reagers ist nur noch Gitarrist Dave Chandler original, jener hat all die Jahre am Ruder gestanden, ist der wahre Kopf der Band, gerade auch seit 2016 Ur-Bassist Mark Adams ausstieg.

Als erklärtem Fan fehlt mir an SAINT VITUS 2019 das spezielle Etwas, nackig steht das Album da, es sind klar erkennbar SAINT VITUS, aber sie wirken wie frisch aus der Reha, etwas bleich um die Nase und wackelig auf den Beinen.

Irgendwie schade, aber man muss sich von alten Helden auch mal verabschieden können. Unter den Texten fällt mir Chandlers „Useless“ auf – eine Komplettabsage an die Macht der Menschen auf der Straße, „Protest – It means nothing – Useless“.

Dass er und Basser Pat dann auch noch mit „God“ und „The Good Lord“ alberne Phantasiegestalten grüßen (fiel mir das früher nie auf?) stößt ebenfalls negativ auf.