Reviews : STEREO TOTAL / Ah! Quel Cinéma! :: ox-fanzine.de

Das aktuelle Ox

Unsere Aboprämie

Wer das Ox bis zum 01.11.2019 neu abonniert, erhält auf Wunsch das neue REFUSED-Album „War Music“ (Spinefarm) auf CD als Prämie. (Versand ab 18.10. Solange Vorrat reicht.)

 

Abo gegen Tasche!

Wer das Ox neu abonniert, wer ein Abo verschenkt oder als Ox-Abonnent einen neuen Abonnenten wirbt, der bekommt von uns die Ox-Tasche (fair gehandelte Bio-Qualität) geschenkt!

 

California über alles

"California über alles - Dead Kennedys Wie alles begann" ist das erste umfassende Buch über die DEAD KENNEDYS. Es konzentriert sich auf die Gründungs­phase der Band in der Szene von San Francisco bis zum Erscheinen des ersten Albums "Fresh Fruit For Rotting Vegetables". Autor Alex Ogg sprach dafür mit vielen Zeitzeugen.

 

Kochen ohne Knochen

Das Ox-Kochbuch 5 & Kochen Ohne Knochen #23

Kochen ohne Knochen - Das Ox-Kochbuch 5: Über 200 rein pflanzliche Rezepte für Beginner und Könner, für Veganer, Vegetarier und Allesesser, von simpel bis anspruchsvoll. Von Punks, nicht nur für Punks.
Dazu jede Menge Merchandise rund ums Kochbuch: Küchenmesser, Profimesser, Hand- und Geschirrtuch, Küchenschürze, Stofftasche, Sparschäler, Frühstücksbrettchen, Pfannenwender, Buttons, ...

Kochen ohne Knochen #23: Die neue Ausgabe des veganen Magazins ist jetzt im Handel und bei uns erhältlich.

 

CDs/LPs/Singles - Reviews

STEREO TOTAL

Ah! Quel Cinéma!

Format: CD

Label: Tapete

Webseite

Wertung:


Die Geschichte von STEREO TOTAL begann vor 26 Jahren, als sich LOLITAS-Chanteuse Françoise Cactus und der Multi-nicht-Instrumentalist Brezel Göring erstmals über den Weg liefen. Zunächst begann die Band, die aus diesem Zufallstreffen entstand, sich ein verquastes Regelwerk aufzuerlegen; nicht unähnlich dem „Dogma“-Manifest von Lars von Trier stellten Cactus und Göring eine Handvoll „Dos und Don’ts“ für ihre Musikproduktionen zusammen.

Kein Instrument teurer als fünfzig Mark, man wollte auf Virtuosität verzichten, Texte in allen Sprachen außer Englisch, Studioaufnahmen mussten den technischen Standard unterschreiten, großen Plattenfirmen darf niemals vertraut werden.

Diese Regeln waren natürlich nicht in Stein gemeißelt, und mindestens eine davon wurde regelmäßig gebrochen. Unter diesen Bedingungen spielte die deutsch-französische Minimalisten-Combo seit 1995 nicht weniger als stolze 16 Alben ein, zunächst noch als Quartett.

2001 schrumpften sie sich durch den Abgang von Angie Reed (Bass) und San Reimo (Orgel) gesund und gehen seitdem als „Powerduo“ zu Werke. Ihren Sound kann man leider nur mit dem abgedroschenen Begriff „eklektizistisch“ bezeichnen.

STEREO TOTAL spielen einfach das, was ihnen gerade gefällt. Ob sie’s können oder nicht, spielt keine Rolle, es muss Spaß machen und einigermaßen nachvollziehbar klingen. Mit „Ah! Quel Cinéma“ setzen Brezel und La Cactus gleich zwei Ausrufezeichen.

Ihr erstes Album für das Hamburger Independent-Superstar-Label Tapete bricht natürlich nicht mit dem Kanon des bizarren Geschmacks, der irrenhausartigen Irrfahrt durch Chanson, Indiepop, Disco, NDW und LoFi-Garage.

Und ebenso wenig sind die beiden in irgendeiner Weise berechenbar. Gleich der Opener „Einfach“ beschränkt sich weitestgehend auf die Wörter „Es ist nicht leicht, einfach zu sein“, von Françoise mit einem simplen Drumbeat vorangetrieben, währen Brezel sich an einer DAF-artigen Synth-Bassline versucht.

Nicht mehr, nicht weniger. Dann gibt es einen ausgesprochenen sonnigen Breitwand-Pop-Song namens „Cinemascope“, der einerseits Krautrock, aber auch French-Disco-Harmonien und kitschige Streicherensemble kombiniert.

Bombensong, würde sicher auch mit einer „richtigen“ Band in einem echten Studio bestens funktionieren, vielleicht sogar zum Hit werden. „Brezel says“ bricht mit der „No English“-Regel, ist aber egal, wenn’s passt.

Mit „Da da da“-Casio-Piepsbeat und geborgten Bob Dylan-Akkorden („Lay lady lay“) wird dann irgendwie eine Hommage an Lou Reed daraus. STEREO TOTAL arbeiten stets mit ihrer unbefangenen Collagen-Technik, bleiben sich dabei stets treu, sie sind nach wie vor so experimentierfreudig wie kompromisslos, auf diesem Album feuern sie in absoluter Bestform aus allen Rohren.

Gereon Helmer

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #145 (August/September 2019)

Verwandte Links

Interviews

 

Reviews