GUYANA PUNCH LINE

Irritainment: Songs To Disturb The Comfortable, Songs To Comfort The Disturbed CD

Harhar, ein neues GPL-Album. Erinnert sich noch jemand an das Interview, das wir vor ein paar Ausgaben im Ox hatten? Sehr unterhaltsame Sache, das, denn der Vierer aus Columbia, South Carolina ist sicher mit das Unterhaltsamste, was die Punkszene derzeit zu bieten hat.

Unterhaltung? Entertainment? Irritainment! Unterhalten durch Verstören, Verstören und dadurch unterhalten - das Konzept der selbsternannten Führer der Smashim-Bewegung ist so simpel wie einfach: alles in Frage stellen, dumme Fragen stellen, schlaue Fragen stellen, Antworten geben, die nicht wirklich Sinn ergeben, aber die Leute nach dem Sinn suchen lassen, und dann von außen auf den zappelnden Ameisenhaufen schauen und auch mal reinspucken oder mit einem Stöckchen drin rumstochern.

Hihi. Im beiligenden 28-seitigen Booklet werden jedenfalls jede Menge interessanter Punkte thematisiert, etwa der, dass auf Punk-Konzerten mehr Nacktheit und Sex am Start sein sollte, Fuck-Pit statt Mosh-Pit.

Oder es gibt so schöne Songzeilen wie die zu "Better off dead": "All else is error, I don´t go out cuz I´m afraid, Paranoia fills my days, I haven´t got a single friend, I can´t wait until this torture ends, Better off dead, Better off dead" Schön, oder? Und dabei kann man zu keiner Sekunde sicher sein, was GPL bzw.

ihr Kopf Chris ernst meint und was Teil des "Irritainment"-Programms ist. Genau so muss das sein: was unsicher ist, ist spannend, Gewissheit langweilt. Hat was von NATION OF ULYSSES respektive THE MAKE-UP, wenn auch nur rein auf der ideellen (oder sollte ich sagen: konzeptionellen) Seite, denn musikalisch wird trotz des Einsatzes elektronischer Gerätschaft immer voll auf die 13 gegangen: Boooommm! Kranker Quatsch, das.