CALIFONE

Heron King Blues CD

Der RED RED MEAT-Nachfolger CALIFONE scheint irgendwie hyperaktiv zu sein, und so gibt es nach direkt zwei Platten im letzten Jahr wieder acht neue Songs. CALIFONE bauen darauf ihren esoterischen Ambient-Blues weiter aus und überraschen einen diesmal mit recht epischen Nummern wie dem 15-minütigen Titeltrack, wobei auch die anderen Songs kleine, filigrane Kunstwerke sind, bei denen Tim Rutilis stranger Gesang zur Grundlage für abstrakte Loops, Rhythmen und Sounds wird, neben der ganz klassischen Rockband-Instrumentierung.

"Heron King Blues" sucht noch stärker als die Vorgänger das Experiment, geizt dabei aber nicht mit sehr schönen, fließenden Arrangements, deren Vielschichtigkeit wohl das am meisten faszinierende daran ist.

So gibt bei dem großartigen "2 Sisters Drunk on Each Other" dann sogar eine Funkgitarre und leicht derangierten Soulsound. Wo CAPTAIN BEEFHEART eine Demontage von Blues und Rock betrieben, bauen Rutili und seine Mitmusiker das Ganze nur neu zusammen, was mehr einer Integration gleichkommt, mit der Folk und Blues in einem völlig anderen Zusammenhang auftauchen, ohne dabei großartig anders zu klingen, zumindest im Prinzip.

Die Massen kann man mit so was nicht begeistern, aber CALIFONE sind damit sicher auf dem richtigen Weg. (08/10)