LOCKJAW

Arrive & Escape CD/LP

Oh-oh-oh, ein Faux-pas direkt in der ersten Zeile des Infos: Da wird Solingen doch allen Ernstes als "Städtchen" bezeichnet, das bislang nicht weiter als "Musikstadt" aufgefallen sei. Äh, Herr Infoschreiber, das ist dann doch eher dumm.

Schon mal was von den JET BUMPERS gehört, CAVE 4, CHEEKS, DIRTSHAKES und wie sie alle heißen, Bands, die dazu geführt haben, dass sogar die Lokalpresse über die ortsschildgelben Sticker "Rockcity Solingen" berichtete, die allenthalben klebten? Ganz zu schweigen vom legendären Ruf der "Klingenstadt" innerhalb der bundesweiten Punkrock-Szene? Zugegeben, Rock'n'Roll-Punk ist nicht die Liga von LOCKJAW, aber eine erstaunlich vitale Szene gibt es in Solingen eben doch.

Also LOCKJAW. Die sind seit bald zehn Jahren dabei, machten Musik, lange bevor das "three letter word" ("Ich kaufe ein E, M und ein O.") in aller Munde war und zum Unwort wurde. Und sie machen auch heute noch Musik, da der Hype längst vorbei ist und sich kaum noch jemand erinnern kann, dass vor zwei Jahren noch jeder über Bands wie JIMMY EAT WORLD redete.

Who? Eben. Und LOCKJAW sind doch noch da, haben sich Zeit gelassen mit ihrem neuen Album, setzten über einen Zeitraum von zwei Monaten in Guido Lucas' Blubox-Studio Stück für Stück "Arrive & Escape" zusammen, das ganz klar die bislang beste und ausgereifteste Veröffentlichung der Band ist.

Und für die gilt. It's only indie rock, but I like it. Hymnische kleine Lieder, nie zu mellow, immer mit dem nötigen Biss, Gitarrenrock der klassischen US-Schule, und wenn ich in diesem Genre zwei Sommerhits habe, dann den SOLEA-Longplayer und diese Scheibe hier.

Das Highlight: "Fire in the underground", einmal gehört und schon hängen geblieben - zu hören auch auf der aktuellen Ox-CD. (45:46) (07/10)