M. WARD

Transistor Radio CD

Der aus Portland stammende Singer/Songwriter M. Ward führt auf seinem bereits vierten Album seinen vom Vorgänger "Transfiguration Of Vincent" bekannten Folkrock weiter und klingt wieder ein wenig nach einer Lagerfeuer-Version von Tom Waits, stimmlich allerdings noch in gemäßigteren Breiten angesiedelt.

Gecovert werden diesmal Louis Armstrong, die BEACH BOYS, Bach und die CARTER FAMILY. Und prominente Gäste gibt es auch in Gestalt von Vic Chesnutt oder Howe Gelb plus Mitglieder von den THERMALS oder POSTAL SERVICE.

In den langweiligsten Momenten klingt Ward dabei wie einer diese einschläfernden Lagerfeuer-Instrumentalisten, in den wirklich brillanten tatsächlich wie eine Wiederkehr unterschiedlichster Ikonen amerikanischer Popkultur wie Jerry Lee Lewis oder eben die BEACH BOYS, denen hier ein seltsames, soundtechnisch auf Fünfziger und Sechziger getrimmtes und überwiegend akustisches Psychedelic-Pop-Update beschert wird.

"Transistor Radio" ist eine fifty-fifty Angelegenheit, aber es wäre auch fast unheimlich, wenn bei sechzehn Songs nur Geniestreiche dabei wären. Insgesamt kann Ward aber dennoch durch seine simple, ungemein effektive Herangehensweise überzeugen, die nicht das Werk eines affektierten Liedermachers ist, sondern auch in emotionaler Hinsicht Wirkung zeigt.

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