RAW EDGE

Taking Command CD

Hat man in Eisenach 2001 noch Oldschool-Hardcore mit etwas Punk gemacht, will man jetzt das Rad ganz neu erfinden und macht Metalcore - das Wort, das keiner hören will, aber hier wie die Faust aufs Auge passt.

Ich hab zum ersten Mal was von den Eisenachern in den Händen, und so blöde sich diese ersten Zeilen der Besprechung anhören, so schlimm ist "Taking Command", das dritte Album der Burschen, nicht.

Ganz im Gegenteil steckt, glaube ich, mehr dahinter, als der erste Höreindruck vermuten lässt. Denn es wird mit allerhand Stilrichtungen im Bereich Hardcore und Metal herumhantiert, so dass ich mir nach nur knapp 23 Minuten, so lange dauert das Unwetter, nicht sicher bin, was ich jetzt schlussendlich sagen soll.

Beachtenswert ist in jedem Fall, dass die Herrschaften versuchen, im so verpönten Metalcore-Genre zu experimentieren, und das vor allem in gesanglicher Hinsicht. Während musikalisch ähnlich brutal und gewaltig zwischen HEAVEN SHALL BURN, BORN FROM PAIN oder AT THE GATES variiert und dementsprechend die Wurst vom Brot gekloppt wird, sind die abwechselnden Gesangsparts der Herren Julian Schmidt und Fabian Schäfer derart irre harmonisch zu dem musikalischen Fratzengeballer, dass es einen echt umhaut.

Der eine grunzt und brüllt, der andere keift wie die Hexe im Fegefeuer oder jodelt wie Maidens Dickenson zu Spandexbuchsenzeit - ich bin beeindruckt. Wenn man vorher wirklich Oldschool-Hardcore fabriziert hat, dann ist hier aber der Schalter nun gewaltig gen Metal umgelegt worden, und das ist in meinen Ohren auch durchaus nicht verkehrt.

Weiter so! Hat mich gefreut. (8)