JOHN WAYNE SHOT ME

The Purple Hearted Youth Club CD

Irgendwo im Hintergrund hört man das Piepen einer der längst ausrangierten Spielkonsolen mit den alten Space Invaders. Wahrscheinlich greift gerade ein Monsterinvader an, der von Runde zu Runde stärker, schneller, größer und gefährlicher wird.

Hingegen kommen aus einer anderen Ecke des Raumes langsame, softe und entspannte psychedelische Klänge. Dann hört man Gesang, Mann und Frau, schöne Stimmen - ein merkwürdig relaxtes Album.

Auf dem Cover die pixeligen Invader in spaßigen Variationen, das Booklet im Design einer alten Fünfeinviertel-Zoll-Diskette. Erinnert sich daran überhaupt noch jemand? Diese äußeren Zutaten aus einem vergangenen digitalen Zeitalter, das man vermeintlich noch als nett und niedlich empfinden mag, wenn man die rasante Entwicklung der Gegenwart im Bereich der Informationstechnik bedenkt, hat einen merkwürdigen Charme, der sich nicht sofort erschließt.

Man erwartet etwas Elektronisches, ein mit Computerbeats unterlegtes Musiketwas. Und hört erst einmal Part One zu Ende: "intercontinental machines". Ein Doppelgesang begleitet schräge Bläser und "Giant monsters of steel" - wow, so eine seltsame Lofi-Gesang-Gitarren-Electro-Folk-Rock-Beat-Kombination muss man erst mal irgendwo einordnen.

Was nicht einfach ist und daher hier einfach mal so stehen bleiben soll. Eigentlich sollte man sich das ganze Album der niederländischen Schrammel-Bastler antun - schon allein für die ganzen Atari-Sounds, die sie sich eingepackt und auf "The Purple Hearted Youth Club" konserviert haben.

Exzessiver Besuch von Spielhallen hat eben doch seine Folgen - und manchmal auch gute. (39:37) (8)