CHARLEY HORSE

Unholy Roller CD

Auch wenn die Musikszene von Los Angeles immer wieder als schrecklich beschrieben wird, so bringt sie doch mit schöner Regelmäßigkeit auch richtig coole neue Bands hervor. Neueste "sons of grease" (so ihr Label) sind CHARLEY HORSE, bei denen mindesten drei der fünf Mitglieder zum Namedroppen taugen: Am Bass ist Corey Parks tätig, die von HUNNS, Modefirma, Ehemann und Kind wohl nicht ausgelastet ist, sowie Chopper von Franklin, der hier Gitarre spielt, sonst aber bei den CRAMPS den Bass zupft, und am Mikro Sean "Zezo" Wheeler von THROW RAG.

Auch die anderen Beteiligten werden keine völlig Unbekannten in der L.A.-Szene sein, mir sagten ihre bisherigen Bands aber nichts und schließlich geht es ja um das hier Dargebotene. Country, Punk, Rockabilly und Sleazerock fließen hier ineinander, man könnte das Resultat als Cowpunk'n'Roll bezeichnen, und hätte man ein Cover von "Viva Las Vegas" am Start, wäre das Bild hervorragend abgerundet.

Keine der erwähnten Stilrichtungen gewinnt hier die Oberhand, gut so, das trägt nur zur Eigenständigkeit von CHARLEY HORSE bei, die um so sperriger und stranger werden, je länger man die Platte auf sich wirken lässt, und zum Schluss hat man das Gefühl, völlig bekifft in einem Country & Western-Saloon zu sitzen und eine strange Freakshow vor sich ablaufen zu sehen.

Das schicke Artwork von Vince Ray rundet das positive Bild noch ab, so dass ich die Platte allen Aficionados erwähnter Bands und Stilkombination nur ans Herz legen kann. (31:50) (08/10)