U.S. BOMBS

We Are The Problem CD

Als die U.S. BOMBS bereits vor Jahren in aller Munde waren und jeder von der Skateboard-Legende Duane Peters und seiner Live-Performance schwärmte, zweifelte ich schon an mir selbst, weil dieser Enthusiasmus nicht auch auf mich überspringen wollte.

Hatte ich vielleicht irgendetwas nicht ganz verstanden oder weswegen blieb mir der Zugang verwehrt? Für mich klangen die U.S. BOMBS damals wie Punkrock von alten Männern für alte Männer, die zwar noch Wut in sich verspüren, aber in Folge versoffener Jahre zu gebrechlich geworden sind, als dass sie einen Zwölf-Runden-Kampf überstehen würden.

Was ich heute jedoch begriffen habe, ist, dass es eben genau das ist, was Duane Peters bzw. die U.S. BOMBS ausmacht. Es ist dieser völlig verausgabte, aber keineswegs aufgeben wollende, zähe Kampfgeist, den ihre Musik transportiert.

Vermutlich würde Duane Peters den Zwölf-Runden-Kampf zwar nicht gewinnen, und zwischendurch auch mal zu Boden gehen, aber er würde die gesamten zwölf Runden durchstehen, ohne ausgezählt zu werden.

Der Mann beweist eben Starrsinn, und das ist gut so. Ich persönlich zähle mich dennoch mehr zu den Anhängern der HUNNS und somit Liebhabern des Duetts von Duane Peters und seiner Angebeteten Corey Parks.

Aber was das neue Album der U.S. BOMBS betrifft, so vermute ich mal, dass jeder, der die U.S. BOMBS bisher zu schätzen wusste und auch mit ihren jüngeren der mittlerweile insgesamt neun Studio-Alben leben konnte, von "We Are The Problem" sicherlich nicht enttäuscht sein wird.

Denn immer noch dominiert hier der unverkennbare, rauhe, verbrauchte Charakter, den man von dieser Band gewohnt ist. Songs, die ihre Energie im Midtempo-Bereich entfalten und dazu nach wie vor keinen Herzschrittmacher benötigen.

Und wer dem zwischenzeitlichen Schunkeln nicht abgeneigt ist, der wird auch diesmal mit einigen ruhigeren Stücken wie "Heartbreak motel", "Guns of the west" und "Tonight" dazu aufgefordert.

(38:13) (07/10) Auf der Ox-CD zu hören.