V.A.

Sleepless In Seattle: The Birth Of Grunge CD

Als das Ox 1988/89 gegründet wurde, hatte in Seattle bereits eine musikalische Entwicklung eingesetzt, die dann Anfang/Mitte der Neunziger unter dem Namen Grunge zu einem unglaublichen Hype wurde und die vor allem NIRVANA, aber auch SOUNDGARDEN, PEARL JAM und ALICE IN CHAINS zu Stars machte.

Dass die ganze Sache eigentlich nur ein Seitentrieb von Punkrock war, hatten da viele schon wieder vergessen, und das fiel auch nicht schwer, denn zu viele miese Rockbands rund um den Planeten machten plötzlich "Grunge", ohne irgendwas von dessen Herkunft verstanden zu haben.

Sehr schön erklärt wird das alles übrigens in dem sehenswerten und schon öfter im TV gelaufenen Film "Hype". Erstaunlicherweise ist der ganze Grunge-Hype, in dessen Zuge in Seattle jede Band gesignt wurde, die nicht bei 5 auf einem Baum war, nun auch schon wieder bald15 Jahre her, und da bietet sich an, all jenen (und ich fürchte, davon gibt es unter den Ox-Lesern mittlerweile nicht wenige), die damals nicht dabei waren, etwas Nachhilfe zu erteilen.

Dieser Aufgabe haben sich die Leute von Livewire Records aus Georgia gestellt und mit "Sleepless In Seattle: The Birth Of Grunge" einen ganz exzellenten Sampler erstellt, auf dem all jene Bands enthalten sind (von NIRVANA mal abgesehen), die in der Prä-Grunge-Szene von Seattle eine Rolle spielten.

Und so finden sich hier Aufnahmen (nichts exklusives, aber gut ausgesucht) von so feinen Bands wie U-MEN, GREEN RIVER, MELVINS, MALFUNKSHUN, SCREAMING TREES, MUDHONEY, BABES IN TOYLAND, TAD, COFFIN BREAK, TREEPEOPLE, SKIN YARD, GRUNTRUCK, GITS, HAMMERBOX, LOVE BATTERY, HAMMERBOX, SEAWEED, SUPERSUCKERS und 7 YEAR BITCH.

Komisch, irgendwie kommt mir das alles noch gar nicht so lange vor, aber die jüngste Aufnahme ist auch schon 12 Jahre alt. Hier allein liegt dann auch meine einzige Kritik begründet, denn die Aufnahmen stammen aus einer Spanne von 1985 bis 1994, so dass hier mitnichten alles Prä-Grunge ist, vieles stammt auch aus seiner heißen Phase, doch die Klammer funktioniert insofern, als alle Bands hier schon existierten und Teil einer lebhaften Szene waren, als die Scheiße den Ventilator traf.

Wichtigstes Label war damals neben SubPop übrigens C/Z, auf dem für meinen Geschmack mindestens genauso viele coole Bands erschienen sind. Erläutert und erklärt wird das sehr gut im dicken Booklet, in dem auch diverse Fotos enthalten sind.

Von daher: Eine exzellente Zusammenstellung ohne Filler, nur mit erstklassigen Bands, liebevoll und kompetent gemacht. (64:52) (09/10)