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CDs/LPs/Singles - Reviews

SISTERS OF MERCY

First And Last And Always CD / Floodland CD / Vision Thing CD

Format: CD

Rhino/Warner


Andrew Eldritch und seine "Barmherzigen Schwestern" waren schon früh die Soap-Helden der Wave/Goth-Szene: 1980 in Leeds gegründet, entstanden in den ersten fünf Jahren mehrere Singles und 12"s, auf denen sich die Klassiker "Alice", "Temple of love", "Floorshow", "Adrenachrome", "1969" und "Walk away" finden.

Gerade die ersteren beiden Songs sind es, die bis heute die Überhits der Formation darstellen, die auch stellvertretend für den Sound der Frühphase stehen: agressiver, immer latent bombastischer Wave-Rock, geprägt vom als "Doktor Avalanche" bezeichneten Drum-Computer und Eldritchs dunkel-dramatischem Gesang.

Als die Sisters dann 1985 endlich soweit waren, ihr erstes Album "First And Last And Always" aufzunehmen, hatten sie schon reichlich Besetzungswechsel hinter sich, und als die Platte dann raus war, war Eldritch das einzig verbliebene Originalmitglied und nach Hamburg "ausgewandert".

Was folgte, war ein "Rosenkrieg": der Ex-Gitarrist Wayne Hussey und Eldritch stritten sich erst um den Namen einer Nachfolgeband namens SISTERHOOD, den schließlich beide Seiten aufgaben, und Hussey gründete THE MISSION, während Eldritch bei THE SISTERS OF MERCY blieb.

Die hatten mit dem ersten Album und dessen damals als "kommerziell" wahrgenommenem Sound zwar die harten Fans der Frühphase verstört, aber gleichzeitig und Dank eines Majordeals den Massenmarkt geknackt.

Konnte ich mich damals zuerst nur mäßig mit "Black planet", "Walk away", Marian" (mit den seltsamen deutschen Textzeilen), "First and last and always" und "Some kind of stranger" anfreunden, erwies sich die Platte mit zunehmendem Abstand als immer besser, stellte aber auch endgültig den Abschied von der Frühphase dar.

Was folgte, war zunehmend massentauglicher Sound, und als dann in Zusammenarbeit mit Ex-GUN CLUB-Bassistin Patricia Morrison 1987 "Floodland" erschien, war für die alten Fans der Spaß endgültig vorbei: "This corrosion" (in der Album-Version beinahe elf Minuten lang) und "Dominion" waren elektrorockiger Bombast, der für Fans von "Alice" und "Floorshow" inakzeptabel war, aber sich bestens verkaufte und weltweit in "Indie"-Discos die Tanzflächen füllte.

Rückblickend habe ich meinen Frieden mit diesen Songs gemacht, hat das Album in seiner atmosphärischen Dichte und mit seinen langen ruhigen Passagen durchaus seinen Reiz, obwohl man durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann über eine Platte, an deren Entstehung der einstige MEAT LOAF-Songwriter und -Produzent Jim Steinman beteiligt war.

Als 1990 dann "Vision Thing" erschien, war Patricia Morrison nicht mehr dabei, dafür ein junger Hamburger Gitarrist namens Andreas Bruhn, Tony James (Ex-GENERATION X, Ex-SIGUE SIGUE SPUTNIK), Tim Brecheno (ALL ABOUT EVE) und John Perry (ONLY ONES), und wer bis dahin noch an den Sisters festgehalten hatte, ergriff spätestens jetzt die Flucht: "Vision Thing" erwies sich als furchtbares Rock-Album, auf dem Eldritch seinen Vorbildern MOTÖRHEAD und STOOGES nicht auch nur eine Sekunde lang ansatzweise nahe kommt.

Eldritch machte mit dieser Platte klar, wie tief das Goth-Rock-Genre gesunken war: außer martialischem Auftreten, hohen schwarzen Stiefeln und Fantasy-Krieger-Style war da keinerlei Substanz mehr, höchstens das von Steinman produzierte "More" verdient Erwähnung - man weiß nicht, ob man da lachen oder weinen soll.

Zu dieser Ideenlosigkeit passte dann auch, dass 1992 "Temple of love" in einer Neuauflage mit Gastsängerin Ofra Haza erschien. Und damit endete dann auch die Geschichte der Sisters als Platten aufnehmende Band, die seitdem regelmäßig stattfindenden Touren dienen allein dem Aufrechterhalten des Mythos.

Alle Rereleases kommen mit remastertem Sound, im Digipak mit dickem Booklet sowie diversen Bonustracks. Wirklich empfehlenswert ist alleine "First And Last And Always", das sich bestens durch die Zusammenstellung "Some Girls Wander By Mistake" ergänzen lässt - da finden sich all die Hits der frühen Jahre.

(09/10 / 07/10 / 05/10)

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #69 (Dezember 2006/Januar 2007)

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