STOOGES

The Weirdness CD

Kaum war das erste Album der STOOGES seit 33 Jahren erschienen, ging in den einschlägigen Foren die Diskussionen über "hit or miss" los. Und siehe da, die negativen Stimmen überwogen. Kaum verwunderlich, sind solche Foren doch das originäre Habitat nörgeliger Freaks, die bis heute das Verdikt nachplappern, David Bowie habe die STOOGES zerstört und "Raw Power", das dritte, 1973 erschienene Abschiedsalbum, sei von diesem kaputtproduziert worden - und diese Leute sind es auch, die im gleichen Atemzug alle BLACK FLAG-Platten mit Rollins als Müll bezeichnen.

Ich nenne sowas Rassehundezüchter-Mentalität, ist es doch das verzweifelte und vergebliche einem Idealbild hinterher rennen, das leider völlig sinnlos ist - genau wie das Geschwätz, Yoko Ono habe die BEATLES zerstört.

Ja, und hätte man Hitler nicht einst eine Karriere als Maler vermasselt ... Alles alberne "Was wäre, wenn ..."-Spielchen, die den kleinen Fehler begehen, die Realität außer Acht zu lassen.

Womit wir beim neuen, vierten Album der STOOGES wären, die damit, wie die NEW YORK DOLLS auch, ein respektables Spätwerk aufgenommen haben - fehlt nur noch ein neuer Longplayer von MC5 ...

"The Weirdness" ist ein von Iggy Pop gewolltes Album, für das die beiden Asheton-Brüder Ron und Scott und Mike Watt als Stand-in am Bass rekrutiert wurden, und was live schon funktioniert hat, was auf Iggys letztem Solo-Album "Skull Ring" einen ersten Vorgeschmack lieferte, kämpft sich hier durch ein Dutzend neuer Songs, von dem allerdings kein einziger das Zeug dazu hat, zu STOOGES-Evergreens wie "1969", "Search and destroy" oder "I wanna be your dog" aufzuschließen.

Wundert oder betrübt mich das? Nein, denn "The Weirdness", mit Steve Albini hinter dem Mischpult eingespielt, ist ein durch und durch respektables Spätwerk, das eher klingt wie ein weiteres Iggy-Solo-Album auf "Skull Ring"-Niveau, und auf dem sich Songs wie "You can't have friends" und "The end of christianity", vor allem aber "My idea of fun" (mit der Fortsetzung "...

is killing everyone") positiv abheben, wobei Letzterer noch am ehesten an die Hits anknüpft. Ein angenehm rauhes Album, das keinen Anlass bietet zu grundsätzlicher Kritik - ein "Fun House II" konnte niemand erwarten.

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