JUPITER JONES

Entweder geht diese scheußliche Tapete - oder ich. CD

JUPITER JONES, vor einigen Jahren ein paar Mal live gesehen, und dann irgendwie aus den Augen verloren, melden sich mit einem neuen Album zurück, für dessen Titel man sie schon küssen müsste. "Entweder geht diese scheußliche Tapete - oder ich", im diesem Sinne geht es quer durch 12 schöne Popsongs über Abschied, Einsamkeit und Trauer, Vergebung und ein kleines Fünkchen Hoffnung.

Mit einem deutlich melancholischen, aber nicht unbedingt weinerlichen Unterton werden diese - im Booklet nachlesbaren - fragmentarischen Kurzgeschichten auf die unvermeidliche "Du"-Person projiziert.

Dabei schwingt aber immer eine gewisse herbstliche Resignation mit, als ob man gegen all das emotionale Übel nichts tun könne. "Leben sind und Leben enden" - der einsame Beobachter ist machtlos, oder will er sich gar nicht einmischen, weil es sowieso keinen Sinn macht? Musikalisch wird weiterhin der zum Glück nicht mehr so schmale Grenzweg zwischen nachdenklichem Singer/Songwriter-Pop und neu-deutschem Punkrock beschritten, mit gelegentlichem Einsatz von Bläsern und Cello sowie einigen Backgroundgesängen.

"Und immer muss es weitergehen, mein Freund": mit diesem doch positiven Schluss endet dieses überhaupt nicht Sommerhit-gefährdete Album in Hoffnung auf das Nächste - oder erstmal wieder auf ein paar schöne Live-Erlebnisse.

(42:50) (7) Diese Band war auf der Ox-CD #72 zu hören