GAMMALAPAGOS

Happily Ever After CD

Eines möchte diese junge Leipziger Band auf jeden Fall vermeiden, nämlich kategorisierbar und vorhersehbar zu sein. Intelligenten, rockigen Gitarrenpop hat man im Repertoire, und was man da so hervorzaubert, weiß seinen Reiz zu entfalten.

Mal leise, zart hauchend, dann röhrend laut und, trotz aller Vertracktheit und den von einem geradezu kindlichen Spieldrang geprägten Songstrukturen, angenehm und unaufdringlich catchy. Scheinbare Gegensätze gehen eine harmonische Synthese ein und bluesige Gitarren ziehen mit kühleren Synthiesounds ihre Runden.

Doch irgendwann stellt sich, trotz aller guten Ideen, trotz der psychedelischen Auswüchse und des hohen Niveaus, eine Eintönigkeit ein, in deren Strudel das Album unaufhaltsam nur noch an Ohr und Hirn vorbeiträllert.

Man hat manchmal einfach nicht nur zuviel gewollt, sondern der Sänger drückt, über die gesamte Spieldauer betrachtet, der Musik viel zu sehr seine Stimme auf. Diese bewegt sich durchaus nicht immer in den gleichen Gefilden, was gerade melancholisch leidend war, kann kurz darauf schon aufgebracht schneidend durch die Songs fahren.

Es überwiegt aber der ein wenig zu wehleidige RADIOHEAD-Imitationsversuch, der eben nicht durch Stilvielfalt glänzt. Wie eine dicke, etwas zu schmierige Patina legt sich der Gesang vor allem auf die hervorragende Rhythmusfraktion und erdrückt eine ausgezeichnete Gitarrenarbeit.

So muss man dann doch schon einige Konzentration auf GAMMALAPAGOS verwenden, um nicht schon wieder am Gesang hängen zu bleiben. Wenn man hier einen ausgereifteren Mittelweg finden sollte, zählt man wirklich zu den herausragenden Acts seines Genres.

(47:54) (07/10)