RIPPERS

Tales Full Of Black Soot LP/CD

Die italienischen THE RIPPERS, die wohl derzeitig wildeste Garagepunk-Band, ist zurück und Ripper I, II, III und IV haben mit "Tales Full Of Black Soot" ihre grandiose zweite LP in die Vox-Gitarrenkoffer gepackt.

Wurde die selbstbetitelte Debüt-LP noch in der heimischen Garage aufgenommen, besuchte man dieses Mal ein Studio und spielte die 13 Songs live ein, doch keine Angst, THE RIPPERS klingen trotz Studio und "richtiger" Produktion nun keinesfalls "sauber" oder "poliert", die Aufnahme ist verdammt rauh, kratzig, aber mit dem nötigen Druck, der dem Vorgänger hier und da dann doch fehlte.

Aber auch das Songwriting hat, wie auch der Sound, scheinbar gewisse Aufbaupräparate verabreicht bekommen; alle Songs (zehn Originale, drei Coverversionen) gehen ab wie Schmitz' Katze, kein einziger Füller, 13mal Teen-Garagepunk vom Feinsten.

Eine Steigerung auf ganzer Linie! THE RIPPERS klingen auf "Tales Full Of Black Soot" authentisch wie nie, strotzen jedoch vor nach heutigen Maßstäben bemessener Punk-Energie, die die Original-Bands in den 60ern einfach noch nicht hatten (THE ZAKARY THAKS' "Bad girl" mal ausgenommen).

Und genau dieser Umstand macht die RIPPERS zu einer "echten" 60s-Punk-Band und nicht zu einer Stadtfest-Oldie-Night-"Retro"-Gurkentruppe. Menschen mit bleistiftdünnen Schlipsen, engen Anzügen, Beat-Boots und einem Hang zu exzessiver 60s Punk-Mucke sollten jedenfalls zugreifen.

Allerdings, kleiner Wermutstropfen: Einen Punkt Abzug für das abscheuliche Artwork! (29:16) (8)