FATAL FLYING GUILLOTEENS

Quantum Fucking

"First act of violence" heißt der erste Track von "Quantum Fucking", dem dritten Album der FATAL FLYING GUILLOTEENS. Und in der Tat, die unartikulierten Schreie, das unbestimmte Geflüster im Hintergrund, Lärm und Gefiepe machen gleich zu Beginn klar, warum konventionellere Musikhörer diesen Titel besser als Kampfansage auffassen sollten.

Ein völlig überdrehtes Gemisch aus noisigem Post-Punk mit gelegentlichem Rock- und Soul-Einschlag legen uns die Jungs aus Houston hier vor, die nach Veröffentlichungen auf GSL und Estrus nun auf LES SAVY FAVs Frenchkiss-Label gelandet sind, in deren Programm sie angesichts der musikalischen Eigensinnigkeit, welche das Label nunmal auszeichnet, auch bestens passen.

Die teils durcheinander geschrienen beziehungsweise sich überlagernden Lyrics erinnern mich in ihrer Weirdness ein wenig an die chaotischen Lyric-Dialoge der ersten BLACK EYES-Platte, reichen zudem an manchen Stellen nahezu an die Intensität der BLOOD BROTHERS heran.

Löst sich die vertrackte Rhythmik mal für einen kleinen Moment zugunsten eines Quäntchens Eingängigkeit, wie es bei meinem Favoriten "Illegal Weapons Party" der Fall ist, fühle ich mich noch an die catchy Momente der grandiosen CALL ME LIGHTNING erinnert, mit denen sie auch den JESUS LIZARD-Einfluss gemeinsam haben, wobei das hier doch noch deutlich verquerer als bei Erstgenannten daher kommt.

Freunden eingängiger Töne würde ich dieses Release höchstens als ganz interessante Angelegenheit empfehlen, fürchte jedoch, dass es in diesem Falle doch in seiner Komplexität etwas überfordert.

Wer mit oben genannten Bands allerdings etwas anzufangen weiß, oder einfach Fan des Labels ist, dem sei die Platte hiermit ans Herz gelegt. Ach ja, dem Info-Sheet zufolge ist eine Europatour bereits in Planung.

Ich freue mich! (8)