V.A.

Control

Man kann natürlich ganz grundsätzlich in Frage stellen, ob bei einem Film über den Sänger einer Band ein spezieller Soundtrack nötig ist oder ob man nicht die Pauschalempfehlung ausspricht, sich einfach den (überschaubaren) Gesamtoutput von JOY DIVISION zu besorgen - den die meisten, die sich überhaupt für Anton Corbijns Ian Curtis-Biopic "Control" interessieren, sowieso längst im Schrank stehen haben.

Aber kein Film ohne Soundtrack, und da auch der von "24 Hour Party People" nur aus bekannten Tracks besteht, aber smart kompiliert ist, will ich das auch diesem hier zugestehen, um den sich Meister Corbijn zudem selbst gekümmert hat (dazu auch Linernotes im Booklet) und der deshalb schlüssig ist, ja das Potential hat, den, nun, jungen Fan an die Welt hinter JOY DIVISION heranzuführen.

Die JOY DIVISION-Erben NEW ORDER, die sich um den Filmscore gekümmert haben, steuern drei Tracks bei, mit VELVET UNDERGROUND, SUPERSISTER, Iggy Pop ("Sister Midnight"), David Bowie ("Drive in Saturday" sowie das phantastische "Warszawa"), ROXY MUSIC ("2HB") und KRAFTWERK ("Autobahn") wird versucht, das Feld von JD-Einflüssen abzustecken, mit SEX PISTOLS und BUZZCOCKS sind die prägenden Zeitgenossen enthalten (angeblich waren beim Pistols-Konzert in Manchester alle anwesend, die später selbst in dieser Stadt eine Band gründeten), und mit "Love will tear us apart", "Dead souls", "Transmission" und "Atmosphere" sind JOY DIVISION selbst auch angemessen vertreten.

Völlig überflüssig und unpassend: die langweiligen KILLERS mit ihrer Version von "Shadowplay". Alles in allem also: Mission erfüllt, Nachhilfestunde erfolgreich durchgeführt. (8)