LIVING ROOM

Times Like Lakes

Blumen, Schlaghosen, Kaftans, Patchouli, Henna, Hasch, Flöten und Glocken. Zur Hölle mit dem Hippie-Mist. Eigentlich ist das hier aber gar nicht so übel. Denn das Bremer Blumenkindersextett weiß mit den spacigen wie auch poppigen Sounds von vor über 40 Jahren meisterlich umzugehen.

Die Farfisa, der Fuzz, die Echo-Gitarren, und die Flöten setzen sie ganz im Geiste von Krautern wie AMON DÜÜL II oder auch HÖLDERLIN'S DREAM ein. 1997 veröffentlichte LIVING ROOM eine irrsinnig limitierte Privatpressung ihres ersten Albums, unter Acidheads und Haschbrüdern ein mittlerweile sehr begehrtes und hoch gehandeltes Scheibchen Neopsych der alten Schule.

Das zweite Album spielten sie im gleichen Jahr noch ein, jedoch musste es, warum auch immer, unveröffentlicht bleiben. Bis jetzt. Trip in Time hat die Bänder gesichtet, für gut befunden und im schicken Digipak zur Veröffentlichung freigegeben.

Dazu haben sie noch vier Songs vom Debüt gepackt, dem Ganzen ein zeitgemäßes Remastering spendiert. Ein schönes, beschauliches und nicht allzu aufregendes Hippie-Album, das durchaus als Soundtrack zu Wenzel Storchs Hippie-Orgien-Film „Sommer der Liebe" geeignet gewesen wäre.