Reviews : TH’INBRED / Legacy Of Fertility :: ox-fanzine.de

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CDs/LPs/Singles - Reviews

TH’INBRED

Legacy Of Fertility

Format: CD

Label: Alternative Tentacles

Vertrieb: Cargo

Spielzeit: 76:31

Genre: Punkrock/Hardcore

Webseite

Wertung:


In der Prä-Internet-Zeit war die Kommunikation zwischen Europa und den USA auch in der Hardcore-Szene eingeschränkt, und es war trotz Lektüre der Szene-Bibel Maximumrocknroll nicht gerade einfach, in Sachen US-Hardcore auf dem Laufenden zu sein, geschweige denn die im MRR erwähnten Platten dann auch in seinen Besitz zu bringen – Bargeld im Brief war schon in der Ära vor Kreditkarten und PayPal keine gute Option.

Entsprechend wichtig waren also europäische Lizenzpressungen von US-Releases, die so für wenig Geld in Konzertverkaufskisten standen – bei recht beschränkter Auswahl, so dass man sich auch im Westen oft an DDR-Verhältnisse erinnert sah.

Ein Ende der Achtziger allgegenwärtiges Album war „A Family Affair“, im Original 1986 auf Toxic Shock erschienen und 1989 vom Heart First-Vorgänger Bonzen aus Berlin lizenziert. TH’INBRED kamen aus West Virginia, sowas wie dem Ostfriesland der USA, einem armen Hinterwäldler-Staat, und sie wussten wohl, weshalb sie sich mit dem Bandnamen über ihre Inzucht-Nachbarn lustig machten.

Anstatt allerdings am Provinzleben zu verzweifeln und schnell wieder zu verglühen, wurden TH’INBRED Teil der Hardcore-Community, bekamen auf Empfehlung von Jello Biafra Kontakt zu Toxic Shock Records aus Kalifornien, tourten kreuz und quer durch die USA, holten andere Bands für Konzerte in ihre Heimatstadt.

Vor allem aber nahmen sie in den paar Jahren, die sie in den Achtzigern existierten, neben ihrer ersten EP „Reproduction“ jene beiden exzellenten Alben (erwähntes Debüt sowie 1988 „Kissin’ Cousins“) auf, die musikalisch irgendwo zwischen DEAD KENNEDYS, D.R.I.

und R.K.L. zu verorten sind und bis heute sowohl durch ihren Abwechslunsgreichtum wie durch die exzellenten Texte bestechen. Was seinerzeit in „Scene death“, „Jesus youth“/„Satan youth“ oder „Hardcore Inc.“ szeneintern kritisiert wurde (die gesellschaftskritischen Songs haben es aber genauso in sich), hat auch heute noch Bestand und machen die Songs der Band zu zeitlosen Klassikern.

Umso besser, dass AT jetzt mit „Legacy Of Fertility“ die beiden Alben sowie die EP und dazu drei unveröffentlichte Tracks zusammengefasst hat, ergänzt um ein dickes Booklet mit Texten, Flyern, Fotos und Bandhistory.

Essentiell!

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #86 (Oktober/November 2009)