COOL JERKS

Bunkerparty

Wer das Beatschaffen der Soundflat-Hausband COOL JERKS miterleben durfte, konnte sich am nächsten Werktag auf den Weg zum Schuster und zur Textilreinigung begeben. Die Shows der Bremer Beatcombo extraordinaire waren von jeher berüchtigt.

Gefangene wurden nicht gemacht, kompromissloser Beatspaß war stets garantiert. Eine kleine Schar handverlesener, aber völlig tanzdementer und amüsierbereiter Freunde und Fans der Band wurde auf Anraten der für jeden Gimmick zu begeisternden Soundflat-A&R-Abteilung in den Bremer Bunker gekarrt, die analoge Bandmaschinen und die Vorkriegsmikrofone wurden schlampig verdrahtet, und der Tonmeister drückte die „Aufnahme“-Taste.

Das Band lief, die willigen „Freunde“ rasteten, ebenso wie die Musiker, wie auf Kommando aus. Das Resultat klingt nun genau so schön dreckig und unverfälscht wie Geogie Fames „Flamingo“-Live-LP oder die ersten beiden Geno Washington-Scheiben.

Platz für Feinheiten gibt es hier nicht, und auch schöngeistiges Songmaterial wäre fehl am Platz. Das braucht ein Partydokument wie diese 10“ nicht im Geringsten. Ratlos macht mich allerdings nur, warum es nur für acht Songs gereicht hat, die Intensität des simplen Spaßes hätte durchaus für ein Doppelalbum gereicht.

Bester Song ist dabei die Instrumental-Nummer „Twisting Georges“, die Nummer hätte auch Joe Meeks TORNADOS einen kleinen Hit bescheren können.