CRIPPLE AND CASINO

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US-Labels zeichnen sich nicht unbedingt durch übermäßiges Interesse am musikalischen Geschehen im Rest der Welt aus, wie man weiß – von ein paar lobenswerten Ausnahmen mal abgesehen. Eine solche ist Radio Is Down aus Olympia, WA, ein kleines Label, dessen Betreiber Matt Lebens vor einer Weile auf CRIPPLE AND CASINO aus Zagreb stieß und sich so für die Band begeisterte, dass er den Kroaten anbot, ihr Album zu veröffentlichen.

Die Band, bei der Menschen aktiv sind, die auch bei den schon in diesem Heft besprochenen LUNAR und ANALENA spiel(t)en, nahm dafür zehn Songs auf, die Matt an seine Helden der Neunziger erinnern, unter anderem SONIC YOUTH, JESUS LIZARD und JAWBOX.

Und es fällt nicht schwer, diese Assoziationen nachzuvollziehen, wobei die Kim Gordon-Sache sich schnell erklären lässt, singt Petra doch ähnlich monoton und eigenwillig zum druckvollen, flirrenden, noisigen Gitarrenrock ihrer Bandkollegen Marko, Darko und Zarko, äh, Zec.

So ganz angebracht sind die Superlative des Vergleichs unterm Strich dann doch nicht – wer hätte das gedacht? –, doch alles in allem ist das Debüt von CRIPPLE AND CASINO, das in einer hübschen Papptasche kommt, eine wirklich gelungene Angelegenheit.