COLISEUM

House With A Curse

Mit manchen Bands verhält es sich wie mit einem Paar neuer Schuhe. Anfangs drücken sie noch ein wenig und sind eher unangenehm, wenn man sich dann aber dran gewöhnt hat, möchte man gar nicht mehr heraus. Ähnlich verhielt es sich seinerzeit mit COLISEUM, die sich mir zunächst nicht richtig erschließen wollten.

Dann irgendwann jedoch zündete der Mix aus BARONESS’scher Tiefe und punkiger Griffigkeit umso mehr. Das ging auch eine ganze Weile gut, bis mir „House With A Curse“ in die Hände fiel. Diese Platte hatte ungefähr den Effekt, als hätte meine Frau oben erwähntes Paar Lieblingsschuhe mal eben in die Waschmaschine gesteckt.

Die alte Widerspenstigkeit im Trage-, oder im Falle der Platte besser: Hörkomfort war wieder da. Warum? Nun ja: Das geht eigentlich schon mit dem ersten regulären Song der Platte los. Unglaublich, aber wahr: „Blind in one eye“ klingt partiell ein wenig so, als hätte ein gewisser Dave Grohl von einer Band namens FOO FIGHTERS hier seine Finger mit im Spiel gehabt.

Ähnlich akzentuierte Gitarren habe ich nämlich auch schon mal dort vernommen. Aber ganz im Ernst: Genau das macht dieses Album so charmant. COLISEUM haben sich was getraut, haben Neues in ihren Sound miteinfließen lassen, dabei aber ihre Wurzeln beibehalten.

Wer will denn schon eine Band, die sich ständig bloß selbst kopiert? Eben niemand. Zu große Experimente möchte man aber auch nicht und da kommen COLISEUM wieder ins Spiel, denen es gelungen ist, oben genannte Attribute im genau richtigen Mischungsverhältnis zusammenzubringen.