BALANESCU QUARTET

This Is The Balanescu Quartet

Alexander Balanescu hat unter dem Regime von Ceausescu in Rumänien Geige spielen gelernt und es später – nach seiner Flucht aus Rumänien – an verschiedenen Stationen in Jerusalem und London perfektioniert.

Sein Streichquartett hat nichts gemein mit dem medialen und plakativen Overkill der finnischen Formation APOCALYPTICA, die mit Gastauftritten von Nina Hagen oder Sandra Nasic (GUANO APES) viel Aufmerksamkeit auf sich zogen, sondern „reduziert“ sich gekonnt auf die Musik selbst.

Mute hat jetzt eine gute Werkschau herausgebracht, in der sowohl die KRAFTWERK-Coverversionen („Autobahn“ und „Das Model“) vom Album „Possessed“ zu finden sind wie auch Songs, die mit verschiedenen Formen elektronischer Versatzstücke arbeiten.

Man hört hier durchaus heraus, dass das Quartett bereits mit dem YELLOW MAGIC ORCHESTRA, SPIRITUALIZED oder dem französischen Komponisten Hector Zazou zusammengearbeitet hat. Das ist oft eindringlich und melancholisch, ohne simple Klischeevorstellungen über Streichermusik zu transportieren.

Auf der Werkschau findet sich zudem das wunderbare „Aria“, das bereits 2005 auf dem Album „Maria T“ erschienen ist, ein Hommage-Album an Maria Tanase, eine Art rumänische Edith Piaf. Balanescus Coverversion „The Model“ von KRAFTWERK ist – wenn auch unter einem anderen musikalisch Ansatz – ähnlich intensiv und authentisch wie seinerseits die Coverversion dieses Songs von BIG BLACK.

Balanescu setzt hier die Geige ähnlich ein wie Steve Albini seine Gitarre auf dem 1987 erschienen BIG BLACK-Album „Songs About Fucking“. Diese Werkschau ist ein wirklich guter Einstieg in die Musik von Alexander Balanescu, der durchaus einmal mit Warren Ellis (GRINDERMAN, NICK CAVE & THE BAD SEEDS), beispielsweise in Sachen Soundtracks, zusammenarbeiten sollte.