WHO

Quadrophenia

„Quadrophenia“ ist das sechste Album von THE WHO aus dem Jahre 1973 und nach „Tommy“ das zweite, das als „Rock-Oper“ inszeniert wurde. In wenigen Jahren hatten sich die 1964 gegründeten THE WHO von einer Rock/Mod-Band zu einer zum Bombast tendierenden Formation entwickelt – GREEN DAY brauchten für diese Transformation noch ein paar Jahre mehr – und warteten mit diesem Konzeptalbum auf, das die Geschichte des an Schizophrenie leidendem Jimmy erzählt und, in London und Brighton spielend, immer wieder Bezug nimmt auf die Geschichte von THE WHO und ihren Mitgliedern, deren Background in der Mod-Szene der Sechziger.

Der Film „Quadrophenia“ erschien übrigens erst Jahre später, 1979, ebenso wie der nur einen Teil des originalen Albums enthaltende Soundtrack. In seiner Komplexität und musikalischen Ausgereiftheit ist „Quadrophenia“ auch beinahe 40 Jahre nach dem Entstehen noch ein Erlebnis, schon vor dem Hintergrund des immensen Aufwands, der hier getrieben wurde und der heute wohl von keinem Label mehr vorfinanziert werden würde.

So gesehen hatte die Gigantomanie der Siebziger, auf deren Dinosaurierhaftigkeit Punk wohl eine Reaktion war, auch ihre guten Seiten. Auch wenn die ersten drei THE WHO-Alben von Mitte der Sechziger eine ganz andere Band zeigen, so kann man sich der Faszination von „ Quadrophenia“ nicht entziehen, und so gehört das Album – gerne auch in dieser Deluxe-Version – in jede Plattensammlung.