BRIAN JONESTOWN MASSACRE

Aufheben

Nach wie vor herrscht eine eine gewisse Ratlosigkeit vor, wie man BRIAN JONESTOWN MASSACRE aus San Francisco genau kategorisieren soll, letztendlich bleibt es dann beim Neo-Psychedelic-Siegel. Die Selbstbeschreibung „Christlicher Rap/Deutsch-Pop/Melodramatischer Pop-Song“ auf ihrer MySpace-Seite ist auf jeden Fall eine dreiste Lüge, glaube ich zumindest ...

Auf „Who Killed Sgt. Pepper?“, ihrem letzten Album von 2010, gab es bereits verstärkt monotone Rave-artige Elektroniksounds zu hören, ein hypnotisch groovender Trance-Rock, der sich aber nach wie vor auf die Ursprünge der Band im Psychedelic-Genre zurückführen ließ.

Und auch „Aufheben“ (Merke: Ami-Bands lieben deutsche Plattentitel!) bewegt sich erneut in sehr monotonen Bahnen, ein Gefühl, das sich allerdings sehr schnell verflüchtigt, wenn sich die feinen nuancierteren Momente der Platte herauskristallisieren, die darüber hinaus auch äußerst vielschichtig instrumentiert wurde.

„Aufheben“ ist zwar diesmal mehr krautrockiger Pop als psychedelischer Rock, eine erstaunlich „softe“ Herangehensweise im Vergleich zu den ruppigeren Klängen aus der Frühzeit der Band, aber Kopf und einziges Dauermitglied Anton Newcombe kann sein Baby so auf beeindruckend chamäleonhafte Weise immer wieder neu erfinden.

Das macht BJM ein weiteres Mal zu einer der wenigen wirklich bemerkenswerten und charakteristischen Bands im drogenumnebelten Psychedelic-Bereich. Und nachdem es auf „Who Killed Sgt. Pepper?“ eine amüsante JOY DIVISION-Hommage gab, verbeugt sich Newcombe diesmal in „Blue Order New Monday“ vor NEW ORDER.