200

Das Stockholmsyndrom

Die Faröer? Ach ja, ein paar Felsen im Meer zwischen Norwegen, Schottland und Island, auf denen an die 50.000 Menschen leben und man, falls sich die Gelegenheit bietet, dem unsinnigen Hobby des Walmordens nachgeht.

Eine heute sinnlose, für negative Publicity sorgende Tradition, der eine für so eine kleine Inselgruppe sehr vielfältige Kulturszene gegenübersteht, und auch Punks gibt es da. Seit 1997 sind 200 die, so heißt es, einzige Punkband des Archipels, fünf Alben sind bislang auf dem legendären Tutl-Label erschienen, alle auf CD, was Tim vom Berliner Label John Steam Records als unhaltbaren Zustand empfand und deshalb das zuletzt erschienene „Stokkhólmssyndromið“-Album von 2009 auf Vinyl veröffentlicht hat.

Titel und Infos zu Besetzung, Aufnahme, etc. wurden dabei ins Deutsche übersetzt, die Texte blieben auf Faröisch und leider liegt auch keine Übersetzung bei, was schade ist, denn angeblich sind die durchaus kritisch.

Wer seinen Punk gerne im 77-Style hat, wird mit „Das Stockholmsyndrom“ nur bedingt glücklich, wer aber für erwachsenen, garagig-knarzigen, lärmigen Rock zu begeistern ist, der sich, von der Sprache mal abgesehen, ziemlich weltmännisch gibt und bisweilen ordentlich bluesig groovet, der dürfte an 200 Spaß haben.

Wären 200 aus den USA, ich könnte mir eine Jim Diamond-Produktion und In The Red als Label vorstellen.