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CDs/LPs/Singles - Reviews

BLUTTAT

Cash Invoice Or Credit Card

Format: LP+DVD

Label: Colturschock

Webseite

Wertung:


BLUTTAT aus Mülheim/Ruhr gründeten sich 1981 nach dem Split von PISSRINNE (der andere Teil der Leute gründete die LOKALMATADORE) und nahmen in den den fünf Jahren ihres Bestehens drei sehr gute Alben auf: „Liberté“ (1982), „Nkululeko“ (1984) und „Cash Invoice Or Credit Card“, das 1986 erschien – bald darauf löste sich die Band um Sängerin Anja, deren derbes Organ den Sound der Band prägte, auf.

„Cash ...“ erschien damals auf dem Starving Missile-Label des Münchners Mike Just, der seinerzeit eines der interessantesten und spannendsten Labels hierzulande machte. Alle drei Alben wurden von Teenage Rebel Records in den Neunzigern auf CD neu aufgelegt, sind auch bis heute noch erhältlich, doch die Kaufgewohnheiten und Interessen haben sich geändert, und so gibt es nun die Neuauflage nur als LP und mit einem großen Faltcover mit allen Texten.

Waren BLUTTAT auf „Liberté“ (LP 2005 auf Maniac Attack neu aufgelegt) noch ziemlich schrammelig, so hatten sie sich bis zu „Nkululeko“ (LP 2008 neu aufgelegt) massiv gesteigert, ihr mal mit englischen, mal mit deutschen Texten versehener Hardcore-Punk mit Anleihen am Anarchopunk, wie er seinerzeit aus England kam, war ziemlich einzigartig auf dieser Seite des Ärmelkanals.

1986 dann kam „Cash Invoice Or Credit Card“, an dem die Band damals monatelang arbeitete und das deshalb auch heute noch durch die sehr gute Produktion überzeugt und das zudem das abwechslungsreichste, stilistisch vielfältigste Album der Mülheimer ist.

Was nicht heißen soll, dass es eines jener experimentellen, überambitionierten Spätwerke ist, man merkt nur, dass hier Kreativität und Technikbeherrschung Hand in Hand gingen. Alle drei Alben sind essentiell, und bei den paar Reunion-Konzerten vor ein paar Jahren konnten BLUTTAT immer noch überzeugen.

Als Bonus liegt der LP die „Die Wände kapier’n“-DVD bei, auf der sich eine von Gerd Meißner gedrehte Filmdokumentation findet. Zwischen 1986 und 1989 filmte er die Szene im Ruhrgebiet und in West-Berlin – sehenswerte Bilder aus einer fernen Vergangenheit.

Ergänzend dazu gibt es noch Live-Mitschnitte von 1985.

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #104 (Oktober/November 2012)

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