BITTERNESS EXHUMED

A Place Of Many Ghosts

BITTERNESS EXHUMED aus Kaiserslautern verfügen musikalisch über ein Maß an Härte und Rohheit, das mich immer wieder in Staunen versetzt. Doch trotz der Ungeschliffenheit und des brachialen Sounds dieser Produktion gelingt es den Hardcore-Sludgern, das eine oder andere eingängige Riff – zuweilen sogar Anflüge von Melodie – in die Songs hineinzutragen.

Wenn dabei ein Stück wie das weiter hinten platzierte „Enucleation“, welches für sich betrachtet einem Dampfhammer gleichkommt, mit seinen lyrischen Passagen fast schon wie Kuschelrock wirkt, dann liegt dies einzig daran, dass man in den rund vierzig Minuten davor regelrecht platt gewalzt wird.

Dazu tragen die affektgeladenen Shouts von Hauptsänger Seb wesentlich bei, indem nicht einfach eindimensional geschrieen wird, sondern Schmerz, Wut und Verzweiflung gleichermaßen Ausdruck finden.

In Erweiterung dieser vokalen Palette holte man sich Nico Webers (WAR FROM A HARLOTS MOUTH), Alex Klein (WORLD EATER) und Rica Piscone vors Mikro, wobei ich es schade finde, dass der weibliche Beitrag letztlich recht klein ausgefallen ist.

Denn das entsprechende, leider nur sehr kurze Duett bei „Thoughts of denial“ klingt erfrischend und birgt großes Potenzial.