V.A.

Scared To Get Happy – A Story Of Indie-Pop 1980-1989

Jenseits von Punk und Wave/Goth hatte Großbritannien in den Achtzigern eine Menge interessanter Musik zu bieten, die John Reed für seine Compilation unter dem denkbar weit gefassten Begriff „Indie-Pop“ zusammenfasst.

Die Situation im grauen England der frühen Achtziger, als Maggie Thatcher gerade mit ihrem Vernichtungsfeldzug gegen die eigene Bevölkerung begonnen hatte, beschreibt Reed in den Linernotes mit der zum Titel anregenden Statement der Band HURRAH! in Richtung ihrer depressiven (Post-)Punk-Kollegen: „Are you scared to get happy?“ Anstatt ihre Wut auch in der Musik durchklingen zu lassen, schrieben sie entsprechende Texte zu (scheinbar) fröhlicher Musik, „to provide hope in difficult times“, wie Reed weiter ausführt.

Die Achtziger waren ein wichtiges Jahrzehnt für die britische Musikszene, Labels wie Factory, Rough Trade, Postcard, Cherry Red, Kitchenware und Creation bestimmten die Szenerie (jenseits von Punk), und mit Bands wie THE JESUS AND MARY CHAIN, THE SMITHS, PREFAB SPROUT, TELEVISION PERSONALITIES, PRIMAL SCREAM und zig anderen setzte sich eine neue Art und Generation von Musikern durch, und mit der „NME C86“-Compilation bekam dieser Sound, diese Szene (beziehungsweise ein Teil davon) auch einen Namen.

In chronologischer Abfolge hat John Reed nun 134 Bands/Songs zusammengetragen, um Menschen, die seinerzeit noch nicht dabei waren (und solchen, die ihre Erinnerung auffrischen wollen), eine Chance zu geben, die musikalische Entwicklung dieses Jahrzehnts nachzuvollziehen.

Etwas Namedropping gefällig? THE PALE FOUNTAINS, JOSEF K, THE MONOCHROME SET, THE NIGHTINGALES, PREFAB SPROUT, EVERYTHING BUT THE GIRL, TV PERSONALITIES, PULP, AZTEC CAMERA, LLOYD COLE & THE COMMOTIONS, THE WOODEN TOPS, THE JAZZ BUTCHER, THE JESUS AND MARY CHAIN, BIFF BANG POW!, PRIMAL SCREAM, THE WEDDING PRESENT, THE PRIMITIVES, SHOP ASSISTANTS, AGE OF CHANCE, POP WILL EAT ITSELF, THAT PETROL EMOTION, TALULAH GOSH, THE SHAMEN, HANGMAN’S BEAUTIFUL DAUGHTERS, THE STONE ROSES, INSPIRAL CARPETS, THE BOO RADLEYS – sie alle sind vertreten, einige andere nicht (lizenzrechtliche Probleme).

Dazu kommt ein 56 Seiten dickes Booklet mit Linernotes zu jeder Band, Coverabbildungen und Fotos, so dass „Scared To Get Happy“ eine gelungene Annäherung an ein komplexes Phänomen darstellt.