WILLIS EARL BEAL

Nobody Knows

Ob Soul oder Blues, dieser Mann singt sich die Seele aus dem Hals. Der Mann mit der Gänsehautstimme stammt aus Chicago und heißt Willis Earl Beal. Die Gänsehaut stellt sich bereits beim Vocal-Gospel-Eröffnungsstück „Wavering lines“ ein.

Immer sparsam Instrumentiert geht es weiter durch Klavier-getragene Balladen, Blues, Gospel und Soul, so zum Beispiel im Duett mit Cat Power bei „Coming through“. Musikalisch mögen die 13 Titel auf „Nobody Knows“ irgendwo in der Schnittmenge zwischen Tom Waits (ohne dessen Reibeisenstimme) und Nick Cave liegen.

Willis Earl Beal greift auch traditionelle Blues-Spielarten, zum Beispiel den Mississippi-Blues aus den Dreißiger Jahren auf und überträgt diese, mit Samples versehen, in die Gegenwart. Solche Songs könnten auch von Barry Adamson stammen.

Also ein sehr abwechslungsreiches Album. Aber alles bewegt sich auf einer LoFi-Schiene und verleiht dieser ausdrucksstarken Stimme damit noch mehr Entfaltungsmöglichkeiten.