WRANGLER

LA Spark

Mit MemeTune betreibt Ben Edwards aka Benge ein Aufnahmestudio und Label, die sich den analogen Klangwelten vor der Totaldigitalisierung verschrieben haben. Für manche mag das nur musealen Charakter besitzen, aber durch seine Zusammenarbeit mit John Foxx als THE MATHS hatte der Brite anschaulich bewiesen, dass sich mit analogen Synthesizern elektronische Musik produzieren lässt, die nicht nur in einem Retro-Kontext funktioniert.

Natürlich ist Edwards ein Fan genau solcher nostalgischer Klänge und lässt auch mal gerne humorvoll mit schönen Moog-Sounds seinem „inner John Carpenter“ freien Lauf, wie man das in einem Video auf seinem Blog sehen kann.

Die Filmmusik von John Carpenter hat bei WRANGLER auch deutliche Spuren hinterlassen, ohne dass man dabei von einem echten Soundtrack sprechen könnte. Stattdessen geht es wie schon bei THE MATHS zurück in die Synthie-Pop-Frühzeit.

Mit Stephen Mallinder von CABARET VOLTAIRE hat Edwards nach Foxx erneut jemanden an seiner Seite, der in diesem Bereich echte Pionierarbeit geleistet hat. Bei „LA Spark“ schlägt aber vor allem der poppige Elektro-Funk von Platten wie „The Crackdown“ und „Micro-Phonies“ zu Buche und weniger die Industrial-Anfänge der Band aus Sheffield.

Und so stehen WRANGLER ganz im Zeichen von abstrakter, mit surrealer Melodik versehener „Tanzmusik“ – Electronica with a brain und echter Relevanz, und mehr als nur Ausdruck des Analog-Fetischs von Edwards.