PARADISE LOST

The Plague Within

Bereits der Opener „No hope in sight“ macht deutlich, dass PARADISE LOST mit „The Plague Within“, dem 14. Studioalbum der Briten, Großes vorhaben. Nicht nur, dass hier wahrscheinlich eines der großartigsten Riffs der Bandgeschichte in diesen Übersong einleitet, nein, auch Nick Holmes Stimme lässt sofort an die unsterblichen Klassikeralben „Icon“, „Draconian Times“, ja sogar „Gothic“ oder auch „Shades Of God“ denken.

Die Band bleibt also ihrem zuletzt eingeschlagenen Weg zurück zu den eigenen Wurzeln treu und verzichtet weiterhin auf Wave- und Elektro-Einflüsse, setzt stattdessen auf schwere Metal-Kost und die vielleicht schönsten, zuweilen sogar traurigsten Melodien seit genannten „Icon“ oder „Draconian Times“.

Mitunter schielen PARADISE LOST sogar in Richtung Black Metal, wenngleich zwar auf Blasts verzichtet wird, dafür jedoch die Gitarren so unverkennbar flirren dürfen. Gänsehaut gibt es auch im Song „An eternity of lies“, wenn sich Holmes den Gesang mit Gitarrist Greg Mackintoshs Gattin Heather teilt und die Dame dabei mit einer unglaublichen Stimme überrascht.

Und als wäre all das nicht bereits genug für ein fantastisches Album, zaubert Mr. Macintosh ständig derart phänomenale Leads aus dem Ärmel, dass ich mich in einer Tour in die frühen Neunziger zurückversetzt fühle.

Man muss es in aller Deutlichkeit sagen: Mit „The Plague Within“ haben PARADISE LOST definitiv einen künftigen Klassiker geschaffen!