LED ZEPPELIN

In Through The Out Door

Mit „Presence“ (1976), „In Through The Out Door“ (1979) und „Coda“ (1982) liegen nun auch das siebte, achte und neunte LED ZEPPELIN-Album in remasterter Doppel-CD-Neuauflage vor, jeweils ergänzt um unveröffentlichte Aufnahmen.

Einmal mehr besticht die Aufmachung: die Ausstattung der Vinyl-Originale wurde nachempfunden, mit Prägedruck, Klappcover und umfangreichem Booklet, im Falle von „In Through The Out Door“ sogar einer fast echten „Brown Paper Bag“-Umhüllung.

Mitte der Siebziger waren LED ZEPPELIN (immer noch) eine der weltgrößten Rockbands, doch nachdem „Physical Graffiti“ 1975 erschienen war, sah es erstmal nicht so gut aus mit dem Nachfolger, denn Robert Plant hatte im Urlaub in Griechenland einen Autounfall, nutzte die Rekonvaleszenz-Zeit aber zum Songwriting für den Nachfolger „Presence“, der 1976 erschien und sich zwar erneut bestens verkaufte, aber dennoch gemischte Kritiker-Reaktionen hervorrief.

Mit dem Nachfolger „In Through The Out Door“ ließ sich die Band dann drei Jahre Zeit, oder besser gesagt, wurde durch die äußeren Umstände dazu gezwungen: Während der US-Tour 1977 starb Robert Plants Sohn an einer Infektion, in England hatte die Band Ärger mit dem Finanzamt, John Bonham pflegte seinen Alkoholismus, und John Page vergnügte sich mit Heroin, so dass Robert Plant und John Paul Jones federführend waren bei der Produktion.

Die Musikpresse war nur mäßig begeistert seinerzeit, seit dem letzten Album war der Punk-Wirbelsturm durch Rockland gefegt, hatte sich zu Post-Punk weiterentwickelt – musikhistorisch war die Welt drei Generationen weiter.

Den Verkaufszahlen – damals gingen in den USA drei Millionen Exemplare über den Ladentisch – schadete das nichts. Es war das letzte Album der Originalbesetzung der Band, denn Bonham starb am 25.09.1980 – im Vollrausch erstickt an der eigenen Kotze.

Am 04.12.1980 veröffentlichte die Band dann diese Pressemitteilung: „We wish it to be known that the loss of our dear friend, and the deep sense of undivided harmony felt by ourselves and our manager, have led us to decide that we could not continue as we were.“ LED ZEPPELIN erklärten ihre Auflösung.

1982 erschien posthum noch „Coda“ („der angehängte, ausklingende Teil einer musikalischen Bedeutungseinheit“), eine Zusammenstellung von Material aus den Jahren 1970 bis 1978, das teilweise auf Bootlegs in der Welt herumgeisterte und hierfür nun in eine finale, bearbeitete Form gebracht worden war.

Inwiefern man „Coda“ deshalb als offizielles letztes LED ZEPPELIN-Album bezeichnen darf oder sollte, ist Ansichtssache.