COLD

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Dark Pop Punk

Man weiß nicht viel über COLD: Osnabrück. 2018 gegründet. „Dark Pop Punk“. Und: Soeben eine Platte auf dem PASCOW-Label Kidnap Records veröffentlicht. Also sind da Fragen, und die haben Markus und Sebastian beantwortet.

Was außer „Osnabrück. 2018 gegründet. Dark Pop Punk.“ gibt es über euch zu sagen?

Sebastian: Viel mehr gibt es überhaupt nicht zu sagen. 2018 hatten Markus und ich die Idee, dass wir mal zusammen Musik machen wollen. Unser Ziel war es, dass es mal etwas anderes als Grindcore oder Metalkram sein sollte. Als wir uns zum ersten Mal im Proberaum getroffen haben, war schnell klar, dass wir in eine etwas düstere und poppige Richtung gehen wollen. Nach wenigen Wochen hatten wir schon ein ganzes Album geschrieben. Zu dem Zeitpunkt sind Hannah und Simon dazugestoßen. 2019 haben wir schon vereinzelt Shows gespielt und am Ende des Jahres die Platte gemacht. Bei der Stilrichtung Dark Pop Punk haben wir nicht so sehr lange überlegt. Das hat für uns einfach gepasst.
SMarkus: Sebastian und ich kennen uns auch schon länger, da wir Proberaumnachbarn waren beziehungsweise immer noch sind. Wir wohnen auch zusammen in einer WG, deswegen konnten wir immer sehr spontan in den Proberaum gehen, wenn uns danach war. Mit Simon habe ich auch schon viel Musik gemacht, der hatte auch direkt Bock einzusteigen, als wir ihn gefragt haben. Und Sebastian kennt Hannah schon sehr lange, also hat er sie angeschrieben, ob sie noch Interesse am Musikmachen hätte. Zum Glück hatte sie das noch.

COLD ist maximal kurz und markant als Bandname. Die Franzosen haben einst in den Achtzigern nicht von „Post-Punk“ oder „Goth“ geredet, die subsummierten „ihre“ Bands unter „Cold Wave“. Welche euren Sound prägenden Konsensplatten wollt ihr nennen?
Sebastian: Wir werden schon häufiger mit dem Genre „Cold Wave“ in Verbindung gebracht. Meiner Meinung nach leiten die Leute das aber zu sehr von unserem Bandnamen ab. Eine gewisse Nähe zu waviger Musik kann man uns auf jeden Fall unterstellen. Das kommt alleine schon zustande, da wir sehr gerne Hall auf der Stimme und den Gitarren haben. Insgesamt haben wir auch einfach darauf geachtet, dass unser Album einen schönen räumlichen Klang hat.
SMarkus: Ich weiß gerade gar nicht so richtig, was Cold Wave bedeutet. Allerdings denke ich auch, dass man schnell in „Wave“-Sparten rutscht, sobald Hall im Spiel ist. Was uns aber auch nicht stört. Ohne Effekte würde es wohl viel punkiger klingen, denke ich.
Sebastian: So richtige Konsensplatten haben wir eigentlich nicht. Dafür sind unsere Hörgewohnheiten schon zu unterschiedlich. Häufig werden wir in einem Atemzug mit schwedischen Punkbands genannt. Ich denke mal, damit kommt jeder von uns klar.

Wie kam die Verbindung mit Kidnap Music zustande?
Sebastian: Wir haben im vergangenen Jahr einige Konzerte mit DUESENJAEGER gespielt. Alex von Kidnap Music ist dann durch einen Beitrag von ihnen auf unsere Band aufmerksam geworden und hat uns ausrichten lassen, dass er sich vorstellen kann, eine Platte von uns zu veröffentlichen.
SMarkus: Genau, Alex hatte Tobi von DUESENJAEGER eine Nachricht geschrieben, die Duesen-Torben an mich weitergeleitet hatte. Torben saß schon häufiger hier in der Küche und hat sich Schrott-Tattoos von mir stechen lassen, während wir trinki-trinki gemacht haben. Leider ist er jetzt nach Dortmund gezogen. Er kommt nicht mehr zu Besuch, pisst nicht mehr in unsere Spüle. Es ist traurig. Torben, falls du das liest, komm doch mal wieder vorbei!
Sebastian: Zu dem Zeitpunkt hatten wir die Aufnahmen schon über ein halbes Jahr fertiggestellt und haben noch etwas über dem Mix gebrütet. Die Möglichkeit, die Platte zu veröffentlichen, hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass Markus sich intensiver mit dem Mixen und mit dem Mastern des Albums beschäftigt hat.
SMarkus: Definitiv. Endlich ein Ziel vor Augen. Wenn es keine Deadline gibt, ist das manchmal nicht sehr förderlich für meine Produktivität. Dann probiere ich hier noch was und da noch was und wundere mich am nächsten Tag, wie scheiße alles klingt. Also lasse ich es erst mal ein paar Wochen liegen. Deswegen hat sich das mit dem Mixen ein wenig hingezogen.

Das Studio, in dem ihr aufgenommen habt, trägt den wundervollen Namen „Mühle der Freundschaft“. Was hat es damit auf sich, und wieso hat euer Drummer Markus es so gut drauf, eine Band zu mixen und zu mastern?
Sebastian: Markus und Simon haben schon mal mit einem anderen Projekt in der Mühle aufgenommen. Diese Aufnahmen haben der ganzen Band gefallen, so dass wir uns mal für einen Tag da eingemietet haben. Das Studio liegt etwas abgelegen in einem kleinen Dorf und hat eine coole Atmosphäre.
SMarkus: Wirklich sehr, sehr schön dort. Viel Holz, viele alte Instrumente und alles andere als steril. Da fühlen wir uns wohl. Und wenn man sich wohl fühlt, dann ist das doch schon mal eine gute Grundlage, um etwas Gutes zu erschaffen.
Sebastian: Die Aufnahmen haben tatsächlich auch nur einen Tag gedauert. Das Mixen der Platte war ein etwas längerer Prozess. Am Ende haben wir einfach entschieden, dass Markus das Album abmischen und auch mastern soll.
SMarkus: Ich nehme hin und wieder mal was auf und war auch schon für die erste EP „Disasters“ zuständig. Allerdings haben richtige Studios etwas besseres Equipment am Start, als ich es im Proberaum habe. Und mit etwas meine ich viel besseres. Das habe ich beim Mixen schnell gemerkt. In einem kleinen Proberaum, mit Low-Budget, kann man zwar auch einen guten Sound rausholen, aber dabei verbringe ich viel Zeit mit Problembehebung. Vor allem auch weil ich es nicht jeden Tag mache. Ansonsten habe ich einfach nur extrem viele Stunden vor dem Laptop verbracht, Sachen ausprobiert und mir die Nächte um die Ohren geschlagen. Oft verteufle ich das Internet, aber gäbe es kein YouTube und andere Seiten mit Online-Tutorials, dann hätte ich wahrscheinlich sehr viel länger gebraucht. Drums zu mixen, finde ich extrem schwierig, allerdings kommt es für mich auch nicht infrage, mit Samples zu arbeiten.
Sebastian: Da Markus es sich angeeignet hatte, lag die Entscheidung einfach nahe. Wir hatten als Band eine genaue Vorstellung, wie wir klingen möchten. So waren wir niemand eine Erklärung schuldig.