MONSTERS

Foto

Die ganze Geschichte

Die Bandmitglieder von THE MONSTERS stammen mehrheitlich aus umliegenden Gemeinden von Bern. Bern ist die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons (BE abgekürzt) sowie der Schweiz und die Bewohner gelten im Rest des Landes als eher langsam, gemütlich und bodenständig. Es erstaunt somit, dass sich eine der schnellsten und wildesten Bands aus der Schweiz seit 35 Jahren ihre Mitglieder mehrheitlich aus dieser Region rekrutiert. Ebenso war Bern nie ein Zentrum des Swiss Punk oder Rockabilly, sondern in den Siebzigern des Mundart-Rock und in den Achtziger Jahren dominierte der Alternative Rock. 1988 erschien der Sampler „BEstand 88“, im Jahr darauf das Nachfolgealbum „BEstand 89“, wo sich das „Who’s Who“ dieser Szene wieder findet. Dabei wurden aber etliche Bands übergangen, die einer jüngeren Generation entstammten und die auch ein wenig anders klangen, unter anderem eben auch THE MONSTERS. Drei Jahre später erschien als Reaktion (Parodie) der Sampler „SOS“ auf dem Record Junkie-Label („BE-Scheuert 91“). Jede Band spielt eine Coverversion des ABBA-Klassikers. Dies war irgendwie auch der Beginn der Ära des Garage Punk in der Schweiz bis zum heutigen Tag. Dieser Artikel erzählt anhand von Interviews diese Geschichte.

Record Junkie

Pfifu:
Ich wuchs wie Beat-Man in einem Berner Vorort auf, Kehrsatz hieß der in meinem Fall, wo ich bis heute noch lebe. Meine musikalische Sozialisation begann mit den Stones-Platten des Nachbarn. Damit wäre die BEATLES/ROLLING STONES-Frage also geklärt. Das mag ein blödes Klischee sein, kann einen aber schon prägen. Ich war ein Musikbesessener, hörte immer schon querbeet. Stilistisch ließ ich mich nie einengen, denn ich bin von Natur aus neugierig. Auch als ich später in der Punkband FASTER THAN JESUS spielte, trug ich lange Haare und Bart – nicht dass ich besonders auf Bart stand, ich war einfach zu faul, mich zu stylen. Ich besuchte einige Zeit das Gymnasium in Bern, bin dann aber ausgestiegen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, einen Plattenladen zu eröffnen, nach dem Vorbild des englischen Record & Tape Exchange. In erster Linie war ich Sammler, habe aber bereits damals auch weiterverkauft. Plattenläden übten eine magische Anziehungskraft auf mich aus, sie waren meine Wohnstube. Als ich in Bern zur Schule ging, war ich jeden Tag in den Plattenläden, meistens bei Pierre Barbezat, der zuerst Bro Records und dann das Roxy betrieb.

Den Record Junkie-Laden eingefädelt hat THE MONSTERS-Drummer Peppe. Der sprach mich an einem Bernfest an, wo ich open air Platten verkaufte. Gekauft hat er nichts, aber er vermittelte mir einen Kontakt zu einem Mann namens Bruni – führt heute einen Käseladen in der Stadt Thun –, der im Berner Länggasse-Quartier einen Laden aufgetrieben hatte, das gleich neben der Sternwarte lag, und nun dort wohnte. Dummerweise fehlte es uns gerade an Geld, aber er hatte Kleider und ich Platten, also eröffneten wir den Laden 1986 trotzdem, mit zwei Namen: Lefthand/Record Junkie. Der Übergang vom öffentlichen Ladenlokal am Nachmittag zum privaten Wohnzimmer am Abend war fließend. Mit einem gewöhnlichen Laden hatte das wenig zu tun, eher mit einer Art endloser Party – des Öfteren auch bis zum Umfallen. In der Länggasse blieben wir ungefähr ein Jahr, dann ist Bruni ausgestiegen, Peppe kam dazu und wir zogen in die Berner Altstadt um, wo es auch etwas Laufkundschaft gab. Beat-Man hatte ich schon früher kennen gelernt. Er hat TON STEINE SCHERBEN bei mir bestellt, CRAMPS und anderes. Das Geld dafür ist allerdings nie gekommen. Irgendwann hat er mir dann ein Tape mit seinen Songs geschickt, mit von ihm handgezeichnetem Cover. Ich habe mir das auch mehrmals angehört, aber keinen Zugang gefunden, das war mir vermutlich irgendwie zu primitiv. Ich habe den darunter verborgenen Edelstein jedenfalls nicht gesehen. Dass ich besagtes Tape irgendwann mal überspielt habe, nervt mich bis heute.

Record Junkie war zwar mein Kind, aber es waren über die Jahre eine Menge Leute involviert, eine Art halboffene Plattform. Geld verdient hat da niemand, aber es war immer gerade genug Kohle da, um zu überleben. Die Idee von Record Junkie war dreiphasig: Zuerst ein Laden – als finanzielle Grundlage; dann ein Label – im Stil von Rough Trade, also sehr nahe an den Musikern; und schließlich ein eigener Vertrieb – um wirklich „independent“ zu sein. Die ersten zwei Stufen meines Plans haben wir geschafft. Unsere erste Produktion überhaupt war die „Nightmare“-Single von THE MONSTERS, die 1988 erschien. Das war zugleich auch schon die bestverkaufte Record Junkie-Platte. Gepresst wurde sie noch im Schweizer Presswerk Turicaphon, für die nächsten Platten suchten wir Alternativen, denn der Sound passte uns nicht. Und dann diese gerubbelten Cover ... Die Essenz von allem, was Beat-Man je gemacht hat, ist in meinen Ohren seine Stimme. Anfangs waren THE MONSTERS musikalisch leicht brüchig, auch auf der ersten LP „Masks“, die wir 1989 nachschoben. Einen gewaltigen Sprung machte die dritte LP, „Youth Against Nature“, da hat Beat-Man auch auf der Gitarre seine eigene Sprache gefunden.

Dass Beat-Man sein eigenes Label gegründet hat und damit Record Junkie verließ, war für mich das Selbstverständlichste der Welt. Ich habe Laden und Label 18 Jahre geführt und bin stolz, das Schiff so lange vor dem Untergang bewahrt zu haben. 2004 haben wir geschlossen, ich war ausgebrannt, die finanzielle Situation beschissen. Wir waren stets konsequent independent – und aus Überzeugung „Vinyl only“. In unseren „Business Facts“ umschrieben wir den Laden als „nicht gewinnorientiert, bankenunabhängig, selbstbestimmt, euphorisch-chaotisch, verschuldet“. Euphorisch-chaotisch: Das trifft es nicht schlecht. Wir haben Musik aus Überzeugung verkauft, bei uns gab es nur Sachen, hinter denen wir stehen konnten und die nicht unbedingt in jedem anderen Laden zu finden waren. Wir waren definitiv nicht am Mainstream orientiert, allerdings konnte man bei uns zum Beispiel auch die erste Single von NIRVANA, die heute für Hunderte von Dollars gehandelt wird, für sechs Stutz haben. Ich bin zwar ein „Händeler“, habe aber wohl häufig zu knapp kalkuliert, was zu ständigen finanziellen Problemen führte und viele Projekte unnötig gebremst hat. Es ging bei uns eben nie nur ums „Business“, sondern wir haben uns immer auch als Treffpunkt und Plattform für alles, was mit Musik zu tun hatte, verstanden. In Bern ist alles klein, man muss miteinander reden. Darum gelang es zum Beispiel auch nie einer einzelnen Szene, die Reitschule für sich zu vereinnahmen, und darum konnte die Reitschule ihren Grundsätzen bis heute treu bleiben. Auch der Record Junkie ist stilistisch immer offen geblieben. Bei uns im Laden wurde Musik konsequent nicht über Kopfhörer, sondern über die Lautsprecher im Laden gehört. Das war zwar für gewisse Kunden peinlich, aber sicher nicht wegen uns.

THE MONSTERS 1986: BEAT-MAN (GT/VOC), YVES (GT), OLI (DR)

Lurker:
1986 hatte außerhalb von Kehrsatz und Bern noch niemand je etwas von THE MONSTERS gehört. Im Huus in Kehrsatz probten nun Beat-Man an der Gitarre und am Mikro, Yves an der Gitarre und Oli am Standup-Schlagzeug ihre ersten Songs ein. Zu dieser Zeit erschienen aber schon in einigen hiesigen Fanzines Beat-Man-Comics. Der Umschlag vom „The Best Of Noise-Zine No 1“ aus dem Jahr 1987 wird von dem damals typischen Beat-Man-Comic-Helden geziert. Ebenso befindet sich auf der Rückseite dieser Satz: „Beat-Man, der Zeichner des Covers, malt auch tolle Konzertplakate und Comics. Er nimmt auch Aufträge entgegen, die er für wenig Geld ausführt.“ Oli gründete im Jahr davor mit Sam und Dan ein klassisches Neo-Rockabilly-Trio mit dem Namen THE RADIATIONS. 1990 erschien ihr einziger Tonträger, die Mini-LP „John Wayne“, bei Record Junkie. Später spielte er noch mit Beat-Man, parallel zu THE MONSTERS, sowie Sam und weiteren Freunden in der Garage-Punk-Band THE CORNETS. Oli verließ später die Schweiz Richtung Singapur, wo er bis heute lebt.

Yves: Wie viele THE MONSTERS-Weggefährten wuchs auch ich in einer Vorortgemeinde von Bern auf, dies war ebenfalls Kehrsatz. Mit circa elf Jahren wurde ich durch einen Schulkollegen, welcher einen um einige Jahre älteren Bruder hatte, mit AC/DC – der ältere Bruder hatte einen Schlagzeug-Stock vom Konzert in der Berner Festhalle ergattert, den er meinem Schulkollegen herumzeigte – und ein paar Monate später dann auch mit dessen Punk-Platten konfrontiert. Von da an faszinierten mich klare, einfache, geradlinige Musik und vor allem rhythmische Gitarrenriffs in allen Tempi. In der achten Klasse habe ich dann auf einer geschenkten E-Gitarre die ersten Akkorde gelernt. In Kehrsatz gab es einige Leute, die alle zwischen Teddy, Psycho und Punk experimentierten und gut miteinander harmonierten. Zusammen suchten wir einen Ort im Dorf, um abzuhängen und Party zu feiern. Der Ort war bald gefunden, in einem alten, leerstehenden Gebäude der Gemeinde gab es ein kleines „Waschhaus“, welches wir in Beschlag nahmen und zu unserem Huus umfunktionierten. Die kleine Berner Szene traf sich damals an irgendwelchen kleinen Konzerten in und rund um Bern. Irgendwann Mitte der Achtziger Jahre bin ich wohl auf einem dieser Konzerte mit Beat-Man, der sich dazumal noch „Taeb“ nannte, in Kontakt getreten. Man traf sich alsbald regelmäßig, um gemeinsam die Wochenenden abzufeiern, Konzerte zu besuchen oder über Musik zu palavern. Meist trafen wir uns irgendwo in Bern, landeten aber früher oder später in Kehrsatz in besagtem Huus. Auch als Übungslokal eignete sich das Huus und bald standen Gitarrenverstärker, Mikros, Bass und Schlagzeug im Raum, nicht unbedingt zur Freude der Nachbarn. Nebst ein, zwei anderen lokal entstandenen Bands wollten auch Beat-Man und ich mit einem Bandprojekt starten und probten fleißig an den ersten THE MONSTERS-Songs. Das Konzept war einfach: Lauter, harter, schneller, bluesiger Rock’n’Roll, Sixties-Songs, zwischendurch auch mal Punk, und das mit Beat-Mans Stimme. Es war einfach gewaltig und gefiel mir. Bloß die Breaks wollten nicht immer gelingen, was Beat-Man aber nie störte. Mit temporären Schlagzeugern und Bassisten gaben wir die ersten Huus-Konzerte. Schnell war klar: Wir wollten mehr, und mit Peppe fanden wir bald unseren ersten festen Schlagzeuger.


THE MONSTERS 1987: BEAT-MAN (GT/VOC), RAFF (BS), YVES (GT), PEPPE (DR)

Peppe:
Ich wuchs als Kind einer Einwandererfamilie in Bern auf und wurde durch die Plattensammlung meiner Eltern – Adriano Celentano, Peppino di Capri, Little Tony – früh mit dem Rock’n’Roll-Virus infiziert. Während der Schulzeit musste man sich entscheiden, zu welcher Spezies man gehören wollte: Popper oder Rocker, Ciao oder Puch Maxi. Bei mir war das klar, ich hörte bis zum Umfallen AC/DC und KISS. Letztere waren auch mein erstes Konzert am 28. September 1980 in der St. Jakobshalle in Basel mit IRON MAIDEN als Vorband. Da war klar, dass ich irgendwann mal in einer Band spielen wollte. Nach meiner Schulzeit habe ich Bruni kennen gelernt, er hatte einen Übungskeller, wo wir uns regelmäßig trafen und Krach machten. Ich lernte Christian Gasser, später bei „Sounds!“ auf DRS 2, und Sändu Widmer, Veranstalter im Dachstock – RIP –, kennen und zusammen mit Dora gründeten wir unsere erste Band, wir haben zwar nie live gespielt und hatten auch keinen Bandnamen.

Das erste Mal, als ich Beat-Man getroffen habe, war, glaube ich, 1986 im Lefthand/Record Junkie-Laden. Er hat mich auf diese Party eingeladen, wo THE MONSTERS das erste Mal überhaupt gespielt haben, dies war 1987 im Jugendhaus Graffiti in Bern, noch mit Oli an der Standup-Drum. Die Party war geil, die Leute, der Sound, einfach alles, da haben sie mich gefragt, ob ich bei ihnen einsteigen möchte. Oli hatte da wohl nur ausgeholfen, er hatte seine eigene Band THE RADIATIONS am Start, ich habe sofort zugesagt.

Danach ging es Schlag auf Schlag, wir übten viel, spielten fast jedes Wochenende auf einer Party oder Sauvage-Bar in der Häuserbesetzerszene. Offenbar waren damals Schlagzeuger Mangelware, daher kam es, dass ich noch in drei weiteren Bands mitspielte. Bei THE HANGOUT, unter anderem mit Tiger; Highlight war der Fernsehauftritt im Regional-TV mit ZÜRI WEST und mit PHON ROLL, dann bei THE LONELY BOYS, auch mit Tiger, und ein Projekt mit Matthias Stämpfli von NEVER BLUE und Jürg Trindler vom Chop Records. Irgendwann wurde mir das aber zu viel und ich konzentrierte mich fortan auf THE MONSTERS. Wir gingen schon bald ins Studio und haben etliche Songs für unsere EP „Nightmare“ aufgenommen. Ich habe das Mastertape noch und es könnte sein, dass da noch der eine oder andere unveröffentlichte Song drauf ist. Darauf folgte 1989 das „Masks“-Album, aufgenommen im Sedel in Luzern bei Dr. Schmidt. Im Oktober 1990 spielten wir im Noise Studio die A-Seite vom „The Hunch“-Album ein. Dieses erschien dann 1992 mit einer Live-B-Seite, wo ich schon nicht mehr dabei war. Diese Songs sind meiner Meinung nach die besten in meiner Zeit bei THE MONSTERS.

Nach vier Jahren hatte ich eine Krise und habe bei THE MONSTERS Schluss gemacht. Ein Schritt, den ich bis heute bereue, ich gebe es zu, wahrscheinlich hätte mir einfach eine Pause gutgetan. Danach stieg ich noch kurz bei BISHOPS DAUGTHER ein und 1992 wurde ich erstmals Vater. Doch schon bald kribbelte es bei mir wieder unter den Fingernägeln und ich gründete mit Tiger und Rez THE DEAD COBAINS. Zu hören mit dem Song „Hate you“ auf der Single „Dink Winkerton Presenz“ und erschienen 1996 auf Beat-Mans Label Voodoo Rhythm. Die letzte Band war THE SUPER SUPERS, abermals mit Tiger, bei denen ich ungefähr ein Jahr lang gespielt habe. Heute bin ich vierfacher Vater, spiele ab und zu nur noch Ukulele, anzutreffen bin ich meistens bei Fußballspielen und beim Plattenhändler eures Vertrauens. Stay sick!

Raff: Ich kam 1983 von Polen nach Bern, da mein Vater dort einen Job als Handelsvertreter erhielt. Ich war 16 Jahre alt, das kommunistische Polen befand sich nach der Verhängung des Kriegsrechts in einem ernsten Niedergang. Ich wollte nicht in die reiche, idyllische Schweiz gehen – ich verließ meine Freunde und meine erste Liebe in Polen und vor allem verließ ich meine erste Band EXEKUCJA. Wir spielten Punk und hatten die Chance, uns in der lokalen Underground-Szene einen Namen zu machen. Ich hörte davor schon seit einigen Jahren Punk und New Wave, obwohl der Zugang zu dieser Musik und Konzerten in Polen sehr eingeschränkt war. Im Polen des Kriegsrechts hörten viele JOY DIVISION oder dachten an Selbstmord.

Als ich 14 Jahre alt war, hörte ich „Eisbär“ von GRAUZONE im polnischen Radio (!) und das sollte einen wichtigen Einfluss auf meine musikalischen Vorlieben haben. Als ich in der Schweiz ankam, war ich natürlich gezwungen, mich im örtlichen Gymnasium einzuschulen. Ich konnte die Sprache nicht, ich hatte keine Freunde, ich war ein Einzelgänger aus einem Land, von dem niemand hier viel wusste. Nach der Schule ging ich regelmäßig ins Stadtzentrum von Bern. Ich lief durch die Straßen und entdeckte einige Schallplattenläden. Mein Lieblingsladen war das Roxy, wo ich Stunden damit verbrachte, Platten zu hören und mit dem Inhaber über Musik zu sprechen. Weil ich auch anders aussah und mich anders kleidete als die meisten Teenager, fiel ich natürlich auf. Ich kam für hiesige Verhältnisse aus einem exotischen Land, hatte hochgesteckte Haare und trug ein handgemachtes T-Shirt von den CRAMPS. Ich ging nun auf Konzerte und traf dort auf Gleichgesinnte und so lernte ich auch Beat-Man kennen. Es muss so 1983/84 gewesen sein, kurz vor dem CLASH-Gig am 25. Februar 1984 in der Festhalle, Bern.

Wir fingen nun an, uns regelmäßig zu treffen und gemeinsam auf Konzerte zu gehen. Er wurde schnell zu einer der wichtigsten Personen in meinem Leben. Wir haben früh zusammen Musikkompilationen auf Kassetten mit handgemachten Covern angefertigt. Bis heute habe ich all diese Kassetten noch – darauf befindet sich psychedelischer Garage, Death Metal, Psychobilly oder Industrial. Beat-Man öffnete mir die Türen zu verschiedenen Musikgenres. Er ist schon sehr kreativ, extravagant und vor allem sehr nett. Wir trafen uns regelmäßig an verschiedenen Orten in Bern. Wir trugen die gleichen schwarzweißen Baseballjacken. Auf der Rückseite seiner Jacke war die Aufschrift BEAT-MAN zu sehen, auf meiner Jacke befand sich die gotische Aufschrift DEAD MICKEY mit einem Mickey Mouse-Totenkopf darunter. Soweit ich mich erinnere, wurde diese Beschriftung von Beat-Man vorgenommen. Ich erinnere mich noch, dass ich Aufnäher der Psychobilly-Bands STING RAYS und GUANABATZ und der Hardcore-Band SUICIDAL TENDENCIES trug und diese Kombination verwirrte die Leute.

Beat-Man und ich gründeten nun eine eigene Band mit dem Namen ANTI STATEK, die Minimal Cold Wave und dunkle Musik spielte. Wir hatten eine Sängerin, Michaela Kozelka, und Tom Mühlemann, bekannt von den VAMPS, spielte bei uns Keyboard. Ich spielte Bass und Beat-Man Gitarre. Wir gaben sogar ein Konzert in Bern und ich habe noch zwei Aufnahmen auf Kassette. Das waren auch die Zeiten, in denen wir viel BAUHAUS, CHRISTIAN DEATH oder ALIEN SEX FIEND hörten. Gleichzeitig fing ich an, eine Menge Psychobilly und Garage-Sound zu hören. Tiger Romig, bekannt von Bands wie THE BATES, THE HANGOUTS, DEAD COBAINS oder SUPER SUPERS, war da ein sehr wichtiger Musikpädagoge für mich. Später, von 1988 bis 1990, spielte er den Kontrabass bei THE MONSTERS. Wir wohnten zu der Zeit in der gleichen Straße, er war auch derjenige, der mich in die Psycho-Szene eingeführt hatte. Er besaß eine brillante Plattensammlung und spielte bei THE BATES, der ersten Schweizer Psychobilly-Band, die ich kennen lernte durfte. Dank ihm lernte ich die lokale Psychobilly-Crew, die drei Musiker von THE RADIATIONS und eine Menge außergewöhnlicher Leute kennen. Ihm war es unter anderem auch zu verdanken, dass ich später auf Pfifu und Peppe stieß, die den Laden Record Junkie führten. Ich erzählte ihnen viel über polnische Underground-Musik, die in den Achtziger Jahren für mich sehr inspirierend war. 1988 organisierten sie dann eine Tournee durch die Schweiz mit DEZERTER, der damals wichtigsten Punkband aus Polen.

Ich stieg 1987 als Bassist bei THE MONSTERS ein, dies zusammen mit Peppe am Schlagzeug und Yves an der Gitarre. Sie waren alle super nett. Wir spielten die ersten Gigs zusammen, der Sound war roh und direkt, beinhaltete auch schon einige Songs, die später auf ihrer ersten Single „Nightmare“ erschienen. Ende 1987 musste ich zurück nach Polen, weil mein Vater in der Schweiz aufhörte zu arbeiten und er im kommunistischen Polen keine Unannehmlichkeiten bekommen sollte. Danach durfte ich bis nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ nicht mehr in die Schweiz zurückkehren. So endete also meine Zeit bei THE MONSTERS. Nach meiner Rückkehr hatte ich die Möglichkeit. in ein paar weiteren Bands zu spielen, vor allem in der Hardcore-Band POKER FACE, die später durch ihre Auftritte mit US-Bands wie VISION, SICK OF IT ALL oder KILL YOUR IDOLS, bekannt wurden, und in der Band LORD STEREO, die Stoner-Rock gemischt mit Garage-Fuzz spielten.

Ich verfolge schon seit vielen Jahren, was Beat-Man immer so macht, und ich bin ein totaler Fan von ihm und ein noch größerer Fan von THE MONSTERS. Ich hatte die Chance, sie vor ein paar Jahren bei einem Jubiläumskonzert in Bern zu sehen. Ein Poster von ihnen hängt bis heute an der Wand meines Zimmers. Um nochmals auf Beat-Man zurückzukommen: Ich bewundere ihn dafür, dass er, seit ich ihn kennen gelernt habe, seiner Leidenschaft treu geblieben ist, verrückte Musik zu machen. Er ist ein echter Vollblutkünstler mit einer einzigartigen musikalischen Intuition. Er hatte den größten Einfluss auf meine musikalische Entwicklung und öffnete mir vor allem den Zugang zu endlos unterschiedlichen Musikgenres.


THE MONSTERS 1988: BEAT-MAN (GT/VOC), YVES (GT), TIGER (BS), PEPPE (DR)

Tiger:
Die Siebziger-Jahre waren noch nicht ganz durch und da wurde es plötzlich spannend für mich. Am Schweizer Radio DRS 1 gab es von 1974 bis 1978 einmal wöchentlich die für mich wegweisende Sendung „Musik aus London“, die nicht nur Mainstream spielte. Bis 1983 moderierte dann ebenfalls FM, aka François Mürner, seine Nachfolgesendung „Sounds!“ auf DRS 2. Mit weit geöffneten Ohren habe ich da zugehört und eifrig die Sendungen auf Kassette aufgenommen. Wie auch Pfifu war ich ein „Querbeet“-Musikhörer, doch Ska war anfangs mein Ding. Wie es der Zufall so wollte, habe ich einen Elektrobass geschenkt bekommen und fing an, zu spielen. Dank des DIY des Punk, einfach mal drauflos, und ich gab zu meinem Glück nicht auf. Ich spielte tagelang mit meinem Kumpel Mario, er an der Gitarre, das STRAY CATS-Riff vom Song „Stray cat strut“, dies aber ohne Gesang.

Etwa zur selben Zeit, so um 1981, versuchten wir im besetzten AJZ in der Reitschule in Bern auf der offenen Bühne regelmäßig aufzutreten. Leider sah es dort von Mal zu Mal übler aus und es wurde im April 1982 schließlich polizeilich geräumt. Danach stieß noch Oli, damals noch minderjährig, als Schlagzeuger zu uns und wir probten im Huus in Kehrsatz. Er wurde stets pünktlich nach der Probe mitsamt Schlagzeug daheim abgeliefert und war ab 1985 schon bei THE RADIATIONS. Das Huus war ein kleines „Waschhaus“ auf dem Flachdach von der Malerei, die Marios Vater gehörte. Irgendwann entstand dort aus Mangel an Orten zum Rumhängen eine Art Klublokal. Das Rumhängen und unsere Bedürfnisse nach Lokalen und Freiräumen, wo wir uns treffen konnten, wurden ja durch besetzte Häuser, AJZs, Strafbars und so weiter gestillt, dies manchmal auch nur für einen Abend. Als dann Dominik von LOS LEGOS, er war ein volljähriger Schlagzeuger, später zu uns stieß, gründeten wir die Band THE BATES– dies noch vor den deutschen THE BATES aus Eschwege. Wir spielten eine Mischung aus Garage Punk, Pre-Psychobilly und Surf und das Ganze sehr ruppig. Wir hatten nun unsere ersten Auftritte im Zaff, einem besetzten Wohn- und Kulturraum, einmal gemeinsam mit der Band ZÜRI WEST und BLACK ORDER SS COWBOYS, wo auch GT von GLUEAMS und GRAUZONE mit dabei waren. Es gab dann mehrere weitere, sehr lustige Konzerte da und dort und unsere „Die-hard-Fans“ fingen doch nun an, mit Mehl und Eier rumzuschmeißen, so wie es bei den Konzerten von KING KURT üblich war. Wir spielten sogar in Schwenningen in Deutschland als zweiter Act gemeinsam mit HANS-A-PLAST und TOXOPLASMA.

Eines Tages sprach mich vor dem Roxy-Schallplattenladen in Bern ein junger Teenie an und outete sich als Fan von THE BATES. Er trug ein rotkariertes Hemd, hatte rotblonde Haare und eine silbrige Zahnspange im Mund. Es war Beat! Beat Zeller. Er erzählte mir, dass er uns schon live gesehen hat und von seinen Musikgelüsten. Dies blieb vorläufig mein erstes Zusammentreffen mit dem späteren Beat-Man.

THE BATES lösten sich jetzt auf und ich verschwand Ende 1985 nach Australien. Nach meiner Rückkehr im Jahr darauf, schloss ich mich einer Art Tex-Mex-Südstaaten-Rock-Band an, sie nannte sich THE ARMADILLOS und war aus Zürich. Ich spielte dort den Kontrabass. Zur gleichen Zeit gründete mein Freund Mario von THE BATES mit Peppe am Schlagzeug die Garage-Punk-Band HANGOUTS, wo ich auch einstieg. Und als Raff Ende 1987 nach Polen zurückmusste, schloss ich die Lücke bei THE MONSTERS mit dem Kontrabass in einer dritten Band.

Kaum bei THE MONSTERS eingestiegen, ging es bereits los mit den ersten Konzerten. Im Übungsraum waren wir sehr brav und agierten verhalten – die Freundinnen der beiden Gitarristen trugen mit ihrer Anwesenheit wohl dazu bei. Auf der Bühne konnte man aber die wilde Bühnenpräsenz von „Taeb“ – rückwärts für „Beat“, zu dieser Zeit wurde Beat-Man noch so genannt – bereits erahnen. Seine Stimme war, ganz in der Manier von Mark Phillips von DEMENTED ARE GO, schon sehr geil. Er konnte schon damals sein Ding für ein ganzes Konzert durchziehen. Auch als „Lefty“ an der Gitarre, so könnte man meinen, befürchtete ich schon beim Hinsehen einen falschen Ton, ist aber nie passiert. Sein Charisma und seine Spielfreude ließ das Publikum stets zur Höchstform auflaufen. Zu der Zeit wurde auf den Konzerten mit viel Psychobilly-Publikum dieses mackerhafte Armgefuchtel betrieben und je nach Ort wurde es immer rechtslastiger. Dazu wurde es mir musikalisch auch zu langweilig und ich gab meinen Bass samt Verstärker meinem netten Nachfolger Janosh auf Leihe weiter. Auf der ersten Single „Nightmare“ aus dem Jahr 1988 war ich noch beim Abmischen der Songs dabei. Da damals noch Zeit im Studio war, entstanden noch zwei weitere Songs. Der eine, „Wild thing“, schaffte es 1989 noch auf ihre erste LP „Masks“ und der andere, „Don’t burn the witch“, 2006 auf das Doppelalbum „The Worst Of Garage Punk Vol. 1“.

Yves: Wir starteten die Suche nach einem wilden Kontrabassisten mit Slap-Technik, der für unsere Musik zu begeistern war, was sich aber als nicht ganz einfach herausstellte. Auf einem Konzert trafen wir auf ein paar gleichgesinnte Leute aus Aarau, und bald hatten wir mit Janosh doch noch unseren gesuchten Bassisten mit Kontrabass gefunden, zwar nicht aus Bern, aber willig, mitzumachen und zum Üben nach Bern zu fahren. Einige Jahre spielten wir recht viele Konzerte, im Raum Bern und zunehmend überall in der Schweiz. Sogar PATENT OCHSNER, welche noch kaum bekannt und bei uns zwischenzeitlich im Übungsraum einquartiert waren, fragten sich, wie wir das machten, mit so vielen Konzerten. Der Fokus lag vor allem auf Primitive Rock’n’Roll und Psychobilly. Zwischendurch versuchten wir uns auch in anderen Metiers, wenn sich die Gelegenheit bot. Einmal spielten wir ein Konzert als CROP MÖNSTERS, als Vorband von MIRACLE WORKERS, 1989 im Fri-Son in Fribourg, inklusive Langhaarperücken, Schlaghosen und Lennon-Sonnenbrillen. Solche Experimente machten Freude. Auch die Erfolge von THE MONSTERS machten Freude, die Konzerte wurden zahlreicher, die Anfahrtswege weiter. Es blieb daneben aber auch zunehmend weniger Zeit für anderes, wie beispielsweise mein Interesse an elektronischer Musik und Computern. Auch entwickelten sich THE MONSTERS musikalisch nicht in dem Sinne weiter, wie ich es mir hätte vorstellen können, es blieb beim Primitive Rock’n’Roll – und es blieb auch bei den verpatzten Breaks und schlecht abgemischten Sounds, was ja eigentlich THE MONSTERS auch so einzigartig macht. So habe ich mich 1997 entschieden, bei THE MONSTERS auszusteigen und sie ihren Weg gehen zu lassen – den sie ja mit großem Erfolg bis heute weitergegangen sind.


THE MONSTERS 1988-1990: BEAT-MAN (GT/VOC), JANOSH (BS), YVES (GT), PEPPE (DR)

Janosh:
Ich bin in Aarau aufgewachsen, dort habe ich in meiner Jugend angefangen, exzessiv Musik zu hören und massenhaft Konzerte zu besuchen. In der Zeit lernte ich mit Freunden aus Aarau und Umgebung auf den Konzerten verschiedene Musikvernarrte aus anderen Regionen kennen. Auch dachte ich, der Kontrabass sei ja wohl das Coolste, was es auf Erden gibt, so was wollte ich spielen können. Also kaufte ich mir einen und war somit bereit, selber ein Instrument in die Hand zu nehmen. Unter den Leuten, welche ich auf den Konzerten kennen gelernt hatte, gab es einige aus der Umgebung von Bern. Die hatten sogar eine Art Treffpunkt, das Huus in Kehrsatz. Dort wurden eigene Konzerte organisiert, einige spielten in Bands und man traf sich zu dem, was man in der Zeit halt so gemacht hat. So lernte ich „Taeb“, Yves und ganz viele andere kennen. Sie hatten im Jahr davor THE MONSTERS gegründet und suchten im Herbst 1987 einen neuen Bassisten. Da sie wussten, dass ich einen Kontrabass besitze, fragten sie mich, ob ich Lust hätte mitzumachen. Aber sicher wollte ich. Ich erklärte ihnen ehrlicherweise, dass ich wohl einen Kontrabass besitze, aber überhaupt nicht spielen könne. Ihre Antwort war: Macht nichts, wir auch nicht, Hauptsache, du besitzt einen Kontrabass! Besitztum ist doch was, spielen können also nicht so wichtig ... Und so begann mein Abenteuer bei THE MONSTERS.

Beat-Man war ein witziger, direkter Typ, stets voranschreitend, mit treibendem Instinkt, wenn es darum ging, Ideen umzusetzen. Überlegt wird nachher, gemacht ist jetzt. Yves war gesellig, zurückhaltend und eher der Typ Denker. Peppe am Schlagzeug war sehr impulsiv und spielte auch sehr emotional, einfach Hammer! In der darauffolgenden Zeit erklärten Beat-Man und Yves mir, wie und wo ich die Töne auf dem Instrument finde und wie ich die Stücke spielen solle. Das ging etwa so: Sie spielten mir den Song vor, dann musste ich fragen, wo denn das „g“ oder „h“ oder „e“ oder welcher Ton auch immer sei, einer von ihnen nahm meine Hand und führte ihn auf dem Griffbrett zur richtigen Position. Weiß bis heute nicht, wieso sie so viel Geduld mit mir hatten, aber auf jeden Fall hier ein großes Dankeschön dafür! Ach ja, heute ist es umgekehrt. Da fragt mich Beat-Man, wo welcher Ton ist oder welches Stück wie beginnt, haha.

Schon bald folgten dann auch die ersten Konzerte mit meiner Beteiligung, auch im Ausland. Egal, wie weit weg und wie die Gage aussah, wir fuhren hin. Hauptsache, spielen, spielen, spielen. Es war schon alles vorhanden, was uns zusammenhalten sollte und unser Motto bleibt: „Musik als Energie, als Erlebnis und nicht als Hörvergnügen“. Natürlich versuchen wir immer, auch gute Songs zu schreiben, mit Melodie und Raffinesse. Nur ist es einfach so, dass wir das nicht konnten und auch nie können werden und eigentlich auch nicht mehr wollen. Sobald etwas für uns schön oder der Song über zweieinhalb Minuten lang wird, wird er gleich überarbeitet, muss nochmals verwurstet werden und wird, bildlich gesagt, im Fleischwolf geschreddert.

Plattenaufnahmen wollten auch gemacht werden, das gehört dazu. Bei den ersten Aufnahmen 1989 im Schweinesound-Studio in Luzern zum Album „Masks“ verließ der Techniker Dr. Schmidt des Öfteren mal den Raum, keine Ahnung weswegen, er hatte wohl Besseres zu tun, so dass wir am Ende das meiste selber machten, machen mussten. Aber was soll’s? Hauptsache, es geht etwas und es geht vorwärts und dabei lernt man viel. Ich hatte keine Ahnung von diesen Geräten, Yves und Beat-Man wohl auch nicht, aber sie trauten sich einfach und fanden Spaß daran, all die Knöpfe am Mischpult zu bewegen.

1995 folgten dann die Aufnahmen zum Album „Jungle Noise“. Dies mit Kat Aellen und Robert Butler, welche Lust und viel Hingabe hatten, um mit uns eine Platte zu produzieren. Danke an dieser Stelle an euch beide für alles. Im Übungsraum an der Aare wurde alles aufgebaut, um einen Klang zu finden, mit dem alle zufrieden waren, haha. Das Installieren der Mikrofone dauerte alleine etwa zehnmal so lange, wie das Einspielen aller Songs. Das war ein Erlebnis und das Resultat war auch super. Etwa ein Jahr später versuchten wir es in London bei Liam Watson im Toe Rag Studio. Beat-Man hatte von diesem Studio gehört und meinte, es solle super sein, und das war es auch, außer man verstellt etwas am Schlagzeug. Das war alles genauso eingestellt, wie Liam seinen Sound haben wollte. Einfach reingehen, aufnehmen und wieder raus, es ging alles sehr schnell. Das Einspielen dauerte knapp anderthalb Tage – erledigt. Ist bei uns bis heute noch so: Direkt einspielen; zwei, drei Takes pro Song. Später gab es mal den Versuch, selbst ein Studio einzurichten, haute aber irgendwie nicht hin. Im Jahr 2002 haben wir das Album „I See Dead People“ selbst eingespielt. Doch irgendwie laufen immer zu viele Sachen parallel, somit ging es weiter mit unterschiedlichen Wegen, Aufnahmen zu machen.

Platten zu produzieren ist wohl ein notwendiges, manchmal für uns ein schönes Übel – aber ein Übel bleibt es. Irgendwie ist es bei THE MONSTERS auch nach über dreißig Jahren so, dass beim wöchentlichen Proben, miteinander unterwegs sein, Konzerte spielen und, somit, zusammen was erleben, immer noch einzigartige Situationen in dieser Zusammensetzung entstehen. Diese Energie und das Erlebnis sind für mich wichtiger als alles andere!


THE MONSTERS 1991-1997: BEAT-MAN (GT/VOC), JANOSH (BS), YVES (GT), TIBU (DR)

Tibu:
Wo fang ich an, wenn’s soweit ist? Wie eine Textzeile aus dem Song „? (Fragezeichen)“ von Nena lautet. Ich war in den frühen Achtzigern verliebt in diese Frau. Heute weiß ich, dass sie eine Schnalle ist. Nun zum Wesentlichen. Aufgewachsen bin ich in Lyss und Ittigen, BE. Schon zu meiner frühesten Kindheit begeisterte mich das Musizieren. Das erste Instrument, das ich geschenkt bekam, war eine Melodica, habe mich darin versucht, bin aber mit Tasteninstrumenten nie ganz warmgeworden. Doch dann, zu Beginn der Schulzeit, ergab sich die Möglichkeit, Blockflöte zu erlernen, was mich bald langweilte. Noten lesen habe ich da gelernt, aber war zu faul dazu. Wenn die Lehrerin das „Liedli“ vorgespielt hatte, war es im Kopf. Musikgehör! Doch schon damals hatte ich nur Augen für ein Instrument – das Schlagzeug. Doch das war schlicht nicht denkbar in so einem Wohnblock, wo ich wohnte. So habe ich mich entschlossen, Trompete zu lernen, später dann Tenorhorn und schlussendlich Zugposaune, was ich zwölf Jahre praktiziert habe. Nun, allmählich neigte sich die obligatorische Schulzeit dem Ende entgegen.

Mein damals bester Schulkamerad und ich wollten jetzt Rockmusik machen. Das war Christoph Salzmann, wir nannten ihn „Sülzi“. Er war musikalisch versiert, kaufte sich eine E-Gitarre, somit musste ich auch eine haben. Wir gründeten jetzt eine Band, wurden aber seitens der Schulbehörde kaum unterstützt. Lediglich das Singzimmer und die Aula durften wir Freitagnachmittags nach dem Hauswirtschaftsunterricht nutzen. Wir hatten einen Schlagzeuger, aber der groovete nicht. Konnte auch nicht viel dafür, weil wir da nur diese profane Orff-Instrumentierung hatten. Immerhin kamen da in der Nachmittagspause etliche Mitschüler zum Zuhören. Wir fühlten uns wie kleine Rockstars. Dann war School’s out, um es mit ALICE COOPER zu sagen. In einer Schnupperlehre hat mir damals ein Mitarbeiter ein verstaubtes Schlagzeug für 200 Mücken verkauft. Wir legten zusammen und transportierten diese „Küche“ mit dem ÖV in einen Luftschutzraum, den wir gratis nutzen durften. Wir nannten unsere Combo STYLBRUCH. Der Sänger war ein Geizhals und beteiligte sich nicht an den Kosten für das Schlagzeug. Wir hatten einen Song, der hieß „Parasit“, der war ihm gewidmet, er hat es nie geschnallt. Kurz darauf haben wir ihn befördert, der Schlagzeuger wurde Keyboarder und ich war endlich am Schlagzeug. Ein zweiter Gitarrist kam hinzu und fortan waren wir THE APOSTELS, eben nur zu sechst.

Einige aus der Band wollten auf einmal lieber abhängen und kiffen. Wir lösten uns somit auf und ich stieß gegen Ende 1990 im Chop Records in Bern auf ein Inserat. Darauf stand: THE MONSTERS suchen neuen Drummer, muss eigenes Schlagzeug besitzen und etwas Bier trinken können. Das war’s. Ich rief Beat-Man an. Er meinte: Du bist der Erste, der anruft. Dabei dachte ich, das ist doch schon eine halbwegs berühmte Band.

Anfang Januar 1991 hatte ich dann meinen Vorstellungstermin. Zuvor gab mir Sülzi ihre erste Single „Nightmare“ zum Reinhören, damit ich schon etwas vorbereitet war. Die Single hatte er von seiner Schwester, die diese von ihrem Gitarristen Yves Amman geschenkt bekommen hatte. Die haben, glaube ich, zusammen die Lehre gemacht. An diesem Abend holten mich Yves und ihr Bassist Janosh am Bahnhof ab. Dann haben wir in Ausserholligen noch den „Taeb“ aufgegabelt. Danach ging es Richtung Kleefeld Bümpliz zum Ü-Raum. Wir teilten uns diese Lokalität mit PATENT OCHSNER, die damals noch HOMO FABER hießen. Nach dem Üben brachte Yves uns wieder zurück zum Bahnhof und keiner sagte was. Auf meine Frage, wie es jetzt aussieht, bekam ich zur Antwort: Ja ...? Willst du nicht? Somit wurde ich angestellt, haha.

Schon bald folgte das erste Konzert im Sommercasino in Basel mit den RUBBER BISCUITS. War da noch etwas nervös, aber habe es, glaube ich, gut gemeistert. Anfänglich fand ich den Draht zu Janosh nicht so, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Das änderte sich erst, als Yves 1997 ausgestiegen ist. Da ich mittlerweile die Fahrprüfung hatte, wurde ich der Chauffeur für alle, um zum Ü-Raum zu kommen. Es gab mehr und mehr Konzerte und dann auch die ersten Touren. Ein Highlight war der Flug im Juli 1995 nach London, um in den Toe Rag Studios das Album „Youth Against Nature“ aufzunehmen, krass geiler Scheiß! Wir haben dann noch den Rückflug verpasst, doch Janosh und ich mussten aus beruflichen Gründen unbedingt nach Hause. Es gab gerade noch zwei freie Plätze auf einem anderen Flug, aber nur Business Class. Wieder geil.


THE MONSTERS 1997-1998: BEAT-MAN (GT/VOC), JANOSH (BS), TIBU (DR)

Jan:
Früher trommelte ich bei einer Band namens B.U.R.P., ehemals MOTORZAAG, zusammen mit Zeno Tornado, den ich schon aus dem Sandkasten kenne. Bei unserem zweiten Konzert tauchte Beat-Man auf und fragte uns, ob wir auf dem Sampler „Garage Punk Primitive Rock’n’Roll And Psychotic Reactions From Switzerland Vol. 1“, dem ersten Voodoo Rhythm/Record Junkie-Release 1992, mitmachen wollen. Natürlich wollten wir und nahmen dafür den Song „I hate“ auf. So lernte ich Beat-Man kennen.

Nun spiele ich seit 1999 Schlagzeug bei THE MONSTERS und das kam so: THE MONSTERS hatten eine Tour gebucht, allerdings konnte ihr Schlagzeuger Tibu nicht, da er endlich einen Job gefunden hatte, haha. Also wurde ich gefragt, ob ich einmalig einspringen könne. Beim Üben spielten ich und Tibu zusammen, damit ich wusste, wie es funktioniert. Weil es so geil klang, noch lauter war als davor und ich mich auf der Tour als trinkfest erwies, blieb es gleich dabei. Die erste Tour spielte ich noch alleine, danach bis 2019 mit Tibu auf zwei Drums; das Clonedrum (c) THE MONSTERS war somit Tatsache. Damals waren die Bühnen noch kleiner, deshalb spielten wir aus Platzgründen auf einer Bassdrum. Sieht super aus, gibt weniger zum Tragen – perfekt! Da meine Schlagzeug-Skills eher rudimentär sind, habe ich mich – um nicht aus der Band geworfen zu werden – sofort mit dem Booking und der Bandgrafik unersetzbar gemacht, haha.

Nein, im Ernst, es macht mir einfach wahnsinnig Spaß, mit den Jungs unterwegs zu sein und zu spielen. Wir erleben so viele absurde, spannende, bizarre und lustige Sachen, das gibt’s gar nicht. Wenn wir gut spielen, sind wir wirklich gut, meine ich. Und wir haben nach all der Zeit noch immer Bock. Wir wollen noch immer Neues machen, besser werden. Ich halte diese Revival-Bands für grauenvoll. Bands, die ihre „erste LP“ spielen, für oberlangweilig. Das wird es bei THE MONSTERS nie geben. Auch der Fakt, dass es die Band seit dreißig oder bald vierzig Jahren gibt, interessiert uns nicht, wir sind keine „Retro Band“. [Anmerkung von Lurker: Zum zwanzigjährigen Jubiläum von THE MONSTERS erschien ihre LP „The Worst Of Garage Punk Vol. 1“, die Songs von 1986 bis 2006 beinhaltete].

Nur das Jetzt zählt, das nächste Konzert soll nur besser werden als das zuvor. Wir spielen hundertmal lieber mit zwei, drei jungen, unbekannten Bands als mit den SONICS oder den FUZZTONES oder mit wem auch immer. THE MONSTERS sind eine basisdemokratische Diktatur und es wird alles selbst gemacht. Vom Backdrop über das Booking bis zum Plattencover. Zudem spielt jeder von uns nicht für eine persönliche Gage, da wir alle Kohle, die wir erhalten, auf ein Konto legen, ohne uns was auszuzahlen. Mit dem Geld werden neue Aufnahmen, Instrumente, der Übungsraum und so weiter und so fort bezahlt. I like that! Gibt weniger Stress, da es niemandem in der Band ums Geld geht. Keiner hat Ansprüche, keiner will als eine „Große Band“ dastehen. Alles, was THE MONSTERS wollen, ist spielen, so laut und schnell, wie es möglich ist, und dabei den größtmöglichen Spaß haben. Klappt ja auch meistens, oder? Bei uns hat jeder seine Aufgabe. Beat-Man ist der „directeur artistique“ und schreibt alle Songs. Janosh ist der Fahrer auf den Touren, zumindest wenn kein anderer kann. Pumi ist für die Technik, den Einkauf und das Konto verantwortlich. Ich mache, wie schon erwähnt, das Booking und die Grafik. Aber natürlich machen alle eigentlich alles und alles selber, je nach Situation. Beim Booking haben wir heute sogar zwei Leute, die uns helfen. Buzz von U-Turn und Friedhelm bei Pøj Pøj. Aber das meiste läuft über uns. Ich hoffe, dass es noch lange so weiter geht, dass das beste Album, das beste Konzert und die beste Tour noch kommen werden. Hell yeah! Let’s go!


THE MONSTERS 1999-2018: BEAT-MAN (GT/VOC), JANOSH (BS/SHOUT), TIBU (DR), JAN (DR), PUMI (SOUND)

Tibu:
Wenn ich mich recht erinnere, hat der Janosh den Pumi irgendwann Mitte der Neunziger angeschleppt. Den eigenen Soundmann, mit einem Namen wie „Coaxial Jackson“ dabeizuhaben, ist Luxus sowie auch eine Bereicherung für alle in der Band. Ich arbeitete zu der Zeit im Verkauf. Daher war es mir nicht möglich, regelmäßig samstags freizunehmen. Ein Ersatz-Drummer musste her, damit die Jungs keine Gigs absagen mussten. Dem Beat-Man kam gleich Jan in den Sinn. Dieser spielte damals noch mit B.U.R.P., aber schon in der Endphase. Als wir uns einspielten, kam mir dann die Idee vom Clonedrum (c) THE MONSTERS. Denn zwei Drumsets nebeneinander fand ich doof. Möchte zum Clonedrum noch anmerken: S’isch mini Idee gsi, har, har!
Der Jan, wie der Pumi, ist eine großartige Bereicherung für uns alle! Jetzt ging es erst richtig los. Gleichzeitig war es für Beat-Man auch eine Entlastung in puncto Touren organisieren, weil er als Reverend schon genug um die Ohren hat. Ja, viel gesehen, viel erlebt, aber nach 27 Jahren bei THE MONSTERS habe ich mich dazu entschlossen, Schluss zu machen. In dieser Zeit opferte ich dem den größten Teil meiner Ferien, was selten erholsam war. Beklagen will ich mich aber nicht, schließlich konnte ich die Welt bereisen und gekostet hat es mich nichts.


THE MONSTERS 2019: BEAT-MAN (GT/VOC), JANOSH (BS/SHOUT), JAN (DR), PUMI (SOUND)

Pumi:
Geboren und aufgewachsen bin ich in der Stadt Aarau – und werde da wohl auch sterben. Ich gab mein Sackgeld [Taschengeld] schon sehr früh in den lokalen Plattenläden aus, später wurde der Radius nach Zürich erweitert, mit dem Mofa natürlich. Seither hat sich der Einkaufsradius dank THE MONSTERS auf fast die ganze Welt erweitert. Begonnen hat alles mit den BEATLES, damit wäre auch hier die BEATLES/ROLLING STONES-Frage geklärt. Bald kamen THE WHO und natürlich der Punk dazu, der aber schnell mit dem Batcave-Sound aus London ergänzt wurde. Weiter wurde mein Musikuniversum in den beiden Klubs Big Apple in Zürich und im Totentanz in Basel sowie durch Besuche von zahllosen Live-Konzerten in der ganzen Schweiz erweitert, was natürlich bis heute anhält.

Meine Mischerkarriere startete Anfang der Neunziger Jahre im Autonomem Zentrum Kiff in Aarau im Selbststudium. Schon bald war ich mit diversen lokalen Bands als Live-Mischer unterwegs. Obwohl ich nicht mit Metalbands unterwegs war, faszinierte mich der ganze Thrash Metal und der Industrial/EBM-Lärm Mitte der Achtziger Jahre. Die mischten nicht nur die Leadstimme und die Toms der Drums in den Vordergrund. Irgendwann Mitte der Neunziger hat das Beat-Man wohl mitbekommen und über Janosh, der auch in Aarau lebt und bei THE MONSTERS als Bassist fungiert, anfragen lassen, ob ich nicht Lust hätte, bei ihnen die Regler zu quälen. Zu der Zeit habe ich im Kiff nur noch Jazz-Konzerte gemischt, da ich mit dem Rock’n’Roll abgeschlossen hatte. Doch es wurde langweilig, bis ich Weihnachten 1996 TURBONEGRO im Klub Sedel in Luzern live gesehen hatte. Seitdem weiß ich, dass es weitergeht.

Danach machte ich für HELLMUTE, einer Stoner-Rock-Band aus Aarau, die PA laut, so dass ich bis 1998 nur gelegentlich mit THE MONSTERS unterwegs war. Nach dem Erscheinen ihres Albums „Birds Eat Martians“ 1998 war ich unverhofft hauptsächlich mit THE MONSTERS unterwegs und der Jazz beschränkte sich nun ganz auf sie. Da Beat-Man und ich diesem Lärm beide sehr verbunden sind, konnte ich mich immer austoben und lauter machen, als es eigentlich erlaubt ist – was uns bis heute des Öfteren Ärger einbringt. Somit wurde ich plötzlich ein festes Mitglied der Band. Später habe ich dann herausgefunden, dass sie das nur gemacht haben, um mir nicht einen Lohn bezahlen zu müssen – die Monster!

1999 gesellte sich Jan als zweiter Schlagzeuger dazu, was meinen Spaß am Pult noch deutlich mehr steigerte, denn erklär mal den Klubinhaber, wie ein Clonedrum (c) THE MONSTERS funktioniert. Ich denke, ohne mein Zutun wäre das sicher schwierig geworden. 2002 hatten wir die Idee, mit dem Album „I See Dead People“ eine komplett selbst aufgenommene und selbst produzierte Platte zu machen. Dies wurde in Janoshs Atelier in Aarau mit eigenem Equipment, Otari, Bandmaschine und Soundcraft-Mischpult aufgenommen. Heute muss ich mir eingestehen, dass es zu früh für uns war, alles selbst zu machen. Sehr gute Songs, aber zu wenig Druck, „sorry to tell“. Nach dem nicht so erfolgreichen Ausflug ins Studioleben – Studio ist ja eigentlich eh langweilig, verglichen mit live –, übernahmen Jan und ich das Booking der Band, man hat ja sonst keine Hobbys. Zwischen ganz vielen Touren/Konzerten haben wir 2011 das Album „Pop Up Yours“, 2016 „M“ und 2020 das brandneue „You’re Class I’m Trash“ aufgenommen. Bei all diesen durfte ich immer als Berater dabeisein.

Mittlerweile, nach ganz viel „learning by doing“, haben wir uns in der konzertfreien Corona-Zeit wieder daran gewagt, selbst Songs aufzunehmen. Das aktuelle Album haben wir zum Ende des ersten Lockdowns – was für eine dummer Begriff – im Shirt Off Studio eingespielt. Der Song „Va bas a moi“ für das Internetradio GRRIF zum dreißigsten Todestag von Serge Gainsbourg und eine Version vom THE MONSTERS-Song „Yellow snow drink“ für das Label von Zander Schloss, THE WEIRDOS, CIRCLE JERKS. Haben wir, würde ich meinen, prima hingekriegt. Alle Songs der neuen Platte wurden auch auf Berndeutsch eingespielt, was für uns eine schwierige Entscheidung war, aber auf Bitten von Pete und Eunice von Slovenly haben wir das dann doch gemacht Janosh und ich mussten dafür extra Berndeutsch lernen. Man kann ja was lernen, vor allem, wenn man konzertfreie Zeit hat.

Apropos konzertfreie Zeit. Hier eine wahnsinnig gute Idee, die von den Leuten vom Match-Box-Restaurant während des Lockdowns angeboten wurde: Du konntest bei ihrem Takeaway-Food musikalische Begleitung mitbestellen. Nachdem Beat-Man solo als „Food Delivery Profi“ unterwegs war, überredete er uns, dies auch mit THE MONSTERS zu machen. Somit entstand meine Premiere auch als Musikus bei THE MONSTERS. Da Janosh einmal verhindert war, stand plötzlich die großartige Idee im Raum, dass ich ja eine Ziehflöte spielen könnte beziehungsweise muss, somit wurde fleißig geübt. Die belieferten Leute drehten durch – oder zumindest fast. Die Flöte kam auch in einem Film zum Einsatz, in dem wir auch in dieser komischen Zeit einen Auftritt hatten, genau, als „Food Delivery Band“. Der Tonmann drehte wegen der Lautstärke dieses Instruments durch, womit sich der Kreis, nämlich auch als akustische Band immer „zu laut“ sein, für mich schließt.

Speziellen Dank an Pumi, Beat-Man und Sam Mumenthaler für ihre Mitarbeit und Hilfe.

Diskografie
„Nightmare“ (7“, Record Junkie, 1988) • „Masks“ (LP, Record Junkie, 1989) • „The Hunch“ (LP, Record Junkie, 1992) • „Youth Against Nature“ (LP, Record Junkie, 1995) • „Birds Eat Martians“ (LP/CD, Voodoo Rhythm, 1998) • „I See Dead People“ (LP/CD, Voodoo Rhythm, 2002) • „Hide And Seek“ (CD, Off The Hip, 2005) • „... Pop Up Yours!“ (LP/CD, Voodoo Rhythm, 2011) • „The Jungle Noise Recordings“ (LP/CD, Voodoo Rhythm, 2016) • „M“ (LP/CD, Voodoo Rhythm, 2016) • „You’re Class I’m Trash“ (LP/CD, Voodoo Rhythm/Slovenly/Sounds of Subterrania, 2021)