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BLACKMAIL

Aerial View / Tempo Tempo

Das Kölner Indielabel Unter Schafen arbeitet sich weiter an der Retrospektive von BLACKMAIL ab. Zuerst kamen die beiden frühen Meisterwerke „Bliss Please“ und „Friend Or Foe?“ sowie eine Best-Of-Compilation neu auf Vinyl heraus. Jetzt folgen „Aerial View“ und „Tempo Tempo“. Erneut in wunderschöner Aufmachung. Originales Artwork, schweres Vinyl, Klappcover. Streng limitiert auf 500 Stück, beide mit CD-Beilage. Beide Alben waren zuletzt schwer auf Platte erhältlich. Ursprünglich sind „Aerial View“ (2006) und „Tempo Tempo“ (2008) bei City Slang erschienen, nicht beim Majorlabel Warner, wie ihre Vorgänger. Die Neuveröffentlichung bietet zwei minimale Veränderungen. Die Songs auf beiden Reissues sind in veränderter Reihenfolge. „Aerial View“ hat mit „Today“ einen zusätzlichen Song. Letzteres ist bislang das einzige Album in der Bandgeschichte, in dem BLACKMAIL mit einem Produzenten zusammengearbeitet hat: Andi Jung (TERRORGRUPPE, THE BATES). „Aerial View“ und „Tempo Tempo“ zeigen die Koblenzer auf dem Scheitelpunkt ihrer Schaffenskraft. Die geschmeidige Stimme von Aydo Abay oder die kraftvollen Gitarrenspuren von Kurt Ebelhäuser, der später Bands wie ESCAPADO, PASCOW oder EARTHBEND produziert hat. Dazu die tighte Rhythmusfraktion mit Kurts Bruder Carlos Ebelhäuser am Bass und Schlagzeuger Mario Matthias. Damals war das Quartett aus Koblenz eine der besten deutschen Indie-Bands. Eine, die für ihren eigenen Sound stand und kaum mit US-Kollegen verglichen wurde. Zwei Jahre nach „Tempo Tempo“ ersetzte Mathias Reetz Originalsänger Abay, der die Band im Streit verlassen hatte, und läutete die zweite Schaffensphase von BLACKMAIL ein.