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INNER CONFLICT

At Any Time

Da ist die sympathische Band letztes Jahr doch schon dreißig geworden und ließ dieses Jubiläum sang- und klanglos verstreichen. Eigentlich typisch INNER CONFLICT. Und jetzt das neue Album, das wieder mal klarmacht, dass INNER CONFLICT schon seit langem etwas ganz Besonderes sind. Leider sind es nur sieben Songs, die da aus den Boxen klingen. Es gibt lila Vinyl, passend dazu auch das Cover. INNER CONFLICT klingen immer noch wie vor fünf Jahren auf dem Mini-Album „First They Take Manhattan Then They Take Kalk“ – und das ist auch gut so. Ihr Heartcore hat diesen Hauch von Zeitlosigkeit und einen ganz speziellen Charme, der es zumindest mir warm ums Herz werden lässt. So schaffen sie einen Klangteppich, in dem ich mich wie in eine Decke einkuscheln möchte. Und das trotz oder gerade wegen ihrer Texten, die zwischen der Melancholie immer noch so viel Wut und Gesellschaftskritik in sich tragen. Wie in „Geier über Leichen“, wo es treffend heißt: „Alle kreisen nur noch um sich selbst ...“, oder „Quick fix“ und ganz besonders „Anzünden“, wo Jenny singt: „Ich muss hier nichts mehr anzünden, die Welt brennt sowieso schon lichterloh“, und weiter „Tomorrow belongs to us!“. Wenn ich INNER CONFLICT höre, bin ich fast geneigt, daran zu glauben!