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NIGHT

High Tides – Distant Skies

Gleich mit dem Opener „Shadow gold“ fahren NIGHT das volle Programm auf. Ausufernde Twin-Gitarrenduelle, bombastische Singalongs und unpeinlicher Pathos lassen aufhorchen. Mit dem wirklich schönen „Crimson past“ verneigen sie sich tief vor BLUE ÖYSTER CULT – beim Komponieren lief garantiert „(Don’t fear) The reaper“ im Hintergrund. NIGHT selbst haben ihren Sound einmal beschrieben als Achtziger-Hardrock, der vor 1981 gemacht wurde. Eine etwas merkwürdige Definition, die aber immer noch treffend ist, denn Parallelen zu frühen Hardrock-Bands wie TRIUMPH, BLUE ÖYSTER CULT, KANSAS, WISHBONE ASH oder BOSTON, alles Bands die heute eher unter Classic Rock laufen, ist nicht von der Hand zu weisen, denn härtere Gitarrenriffs, die etwa mit der NWoBHM und späteren Bands im Hardrock und Metal Einzug gehalten haben, sucht man auf dem Album vergebens. Stattdessen kommen immer wieder Akustikgitarren zum Einsatz und die warme und transparente Produktion von Ola Ersfjord (PRIMORDIAL) lässt „High Tides – Distant Skies“ locker an ähnlich ausgerichteten Retro-Bands wie zum Beispiel den unsäglichen GRETA VAN FLEET vorbeiziehen. Mit „High Tides – Distant Skies“ haben NIGHT ihr bislang bestes und rundestes Album aufgenommen.