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FARFLUNG

Like Drones In Honey

Bisweilen zweifle ich an mir selbst ... Die Gründung von FARFLUNG datierte ich – sicher zuverlässige Quellen zitierend – in der Vergangenheit auf das Jahr 1992, doch an anderer Stelle steht dann 1994 ... und ich bin verwirrt. Die Auflösung: Michael Esther (gt) hatte zunächst eine Band namens HELIANTHUS, die sich mit dem Dazustoßen von Tommy Grenas (voc, gt, key) dann in FARFLUNG umbenannte. So gesehen ist 1992 nicht falsch, aber 1994 etwas richtiger. Esther und Grenas sind auch heute noch dabei, ergänzt wird das Line-up durch Paul Hischier und Chris Nakata. „Drones In Honey“ ist nun das zehnte Album der Psychedelic-Band aus Los Angeles, die einst ihr Debüt „25,000 Feet Per Second“ auf Flipside veröffentlichte. Anfang 2022 erschien dessen Rerelease auf dem deutschen Sulatron-Label, und offenbar gefiel es FARFLUNG da so gut, dass man sich diese deutschen Spezialisten für Spacig-Psychedelisches gleich als Homebase auserkor und nun hier seinen neuen Longplayer veröffentlichte. In Zeiten hybrider Kriegsführung denkt man bei dem Titel unweigerlich an ferngesteuerte Sprengkörper, aber nein, Dronen sind in der alten Welt einfach nur männliche Bienen, die faktisch den ganzen Tag faul in der Wabe herumlümmeln und sich von den Damen mit Honig vollstopfen lassen. Ob freilich irgendeine Aussage mit dem Albumtitel verbunden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Wäre ich solch eine faule Drone, wäre diese Platte aber der perfekte Soundtrack: entspannte (okay, „Dludgebmasterpoede“ weicht da etwas ab) Nummern, die sehr relaxt daherwabern und den Genuss von THC, Psilos oder LSD implizieren, aber auch ohne den Konsum selbiger funktionieren. Übrigens: Im Herbst werden die Dronen von den Bienendamen aus dem Stock gejagt. Unnütze Fresser brauchen die im kalten Winter nicht.