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P.G. SIX

Murmurs & Whispers

2007 hatte der New Yorker Singer/Songwriter Patrick Gubler unter dem Namen P.G. Six ein sehr schönes Album (sein viertes) namens „Slightly Sorry“ auf Drag City veröffentlicht, bei dem ich ihn in eine Reihe mit Leuten wie Wild Oldham, Bill Callahan, Chan Marshall oder John Darnielle gestellt habe, oder den eher minimalistischen Klängen eines Jackson C. Frank, einer der zu Unrecht vergessenen Folksänger der Sechziger. Gubler begann zwar im Noiserock-Bereich, inzwischen ist seine Musik aber geprägt von britischem Folk der Sechziger und Country, versehen mit einer deutlich experimentellen Note. Aktuell ist Gubler auch auf dem sehr schönen Folk-Dreampop-Album von STELLA KOLA zu hören. Sein letztes Soloalbum „Starry Mind“ erschien 2011 bei Drag City, seitdem gab es eine Live-Platte und zwei Kollaborationen auf Feeding Tube Records, deren Veröffentlichungen aber außerhalb der USA nur schwer zu bekommen sind. Auch „Murmurs & Whispers“ ist im Kontext eines avantgardistischeren Verständnisse von Americana wieder ein faszinierendes Album geworden, auf dem Multi-Instrumentalist Gubler seinen eigenwilligen, meist extrem reduzierten Folkrock mit Ambient-Drone- und Psychedelic-Elementen gekonnt erweitert hat und bei dem auch ungewöhnliche Harfenklänge zum Einsatz kommen.