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KEVIN DEVINE

Nothing’s Real, So Nothing’s Wrong

Im Presseinfo steht, das Vorbild waren THE BEATLES, aber so abgefuckt und irre wie möglich, und das trifft es ziemlich auf den Punkt. Dieses Album klingt sehr anders als das, was man vorher von Kevin Devine kannte. Es ist größer, atmosphärischer, texturierter – na ja, und irgendwie auch schräger. Aus der Realität, die zu Beginn mit Alltagsgeräuschen sowie der Stimme von Devines Tochter angedeutet wird, wird man mit Synthesizer und Gitarre in das Album gezogen. Die Themen der Texte sind so surreal wie die Musik. In was für einer Welt leben wir und wie kann man in ihr bestehen, ohne verrückt zu werden? Ist nun unsere Realität zynisch – oder wird man selbst zynisch und kommt zu dem Schluss: wenn nichts echt ist, ist auch nicht falsch? Moral und Regeln ausgehebelt ... Okay, also dies hat das neue Album mit den alten gemeinsam, es ist sehr schön philosophisch. Ich bin für immer Fan seiner Texte, die sehr subtil und wortgewandt sind. Ob ich Fan der Musik bin, weiß ich auch nach mehrmaligem Hören noch nicht. Ich fühle mich immer noch vom neuen Sound beinahe überrumpelt. Aber, und so viel muss man ihm zugestehen, es ist etwas ganz Neues aus seiner Feder, nach zwanzig Jahren Karriere. So oder so, die nächste Chance, einen meiner Lieblings-Live-Künstler auf Tour zu sehen, lasse ich mir nicht entgehen. Denn war sein früherer Sound relativ leicht alleine auf die Bühne zu bringen, bin ich bei dem von „NRSNW“ wirklich gespannt, wie das funktionieren wird. Daran, dass es ein toller Abend wird, zweifle ich jedoch keine Sekunde.