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OTTO

Over The Top Orchester

Es gibt nur einen Otto und der kommt aus Ostfriesland – das gleichnamige Versandhandelsunternehmen unterschlagen wir jetzt mal. Streng genommen haben wir es hier auch mit dem „Over The Top Orchester“ zu tun, aber Label und Band scheinen sich nicht ganz einig zu sein, ob man sich jetzt OTTO oder O.T.T.O.

schreibt. Eine gewisse „Over The Top“-Qualität besitzt das aus Alexander Arpeggio and Cid Hohner bestehende süddeutsche Duo auf jeden Fall, das einen Hang zu Vintage-Synthesizern und -Orgeln hat und eine sehr oldschoolige Form von analoger Electronica praktiziert.

Das erinnert teilweise an angetrunkene Alleinunterhalter, die mit Bontempi-Orgel jamaikanischen Flair verbreiten wollen. In der Regel tummelt man sich aber mehr in KRAFTWERK- und Jean Michel Jarre-Sphären und spielt spacigen Minimal-Synth-Disco-Pop mit retrofuturistischer Note, wozu der 80er Jahre Audi 100 nur bedingt passt, in dem man beide auf einem Foto im Innenteil sitzen sehen kann.

Möglicherweise liegt es an der unterschwellig ständig spürbaren selbstironischen Note des Duos, dass ihr Retro-Sound so gut funktioniert und so extrem unterhaltsam ist. Eigentlich eine rein instrumentale Angelegenheit, zum Schluss gibt es aber mit „LKS 98“ eine Art dadaistische Ode an den Leberkäse, was man dann wirklich nur noch als KRAFTWERK-Parodie verstehen kann.

Sicherlich eine Bereicherung für jede Hochzeitsfeier.