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SUBSONICS

s/t / Good Violence

Mit diesen Rereleases sorgt Slovenly dafür, dass die ersten beiden Alben der SUBSONICS aus Atlanta – erschienen 1992 bzw. 1993 – erstmalig auf Vinyl erhältlich sind. Schließlich dürften die CD-Versionen mittlerweile nicht nur massiv an Popularität des Formats eingebüßt haben, sondern bei den meisten, die sie noch tatsächlich besitzen, entweder springen oder bereits komplett hinüber sein. Das selbstgewählte Etikett verbucht den SUBSONICS-Sound unter „Glam Punk-a-Billy“, doch das klingt in der Rückschau irreführend, wenngleich sich die Benennung dessen, wonach diese Alben wie auch ihr späteres Werk tatsächlich klangen, wirklich schwer ist. Klar, Verweise auf RAMONES, NEW YORK DOLLS, TELEVISION und Co. bieten sich an, gleichermaßen scheinen ihre Songs von Fifties/Sixties-Rock’n’Roll und Garage-No-Hit-Wonders befeuert zu sein und über all dem thront ein VELVET UNDERGROUND-Kult. Und geht man ins Detail, wird es zu einer wahren Referenzschlacht: der leicht nasale, androgyne Gesang erinnert tatsächlich stark an Lou Reed, das Schlagzeugspiel an Mo Tucker. Die Basslinien könnten jedoch von den MODERN LOVERS sein und die Gitarre wechselt zwischen Frickelei regelmäßig zu einem perkussiven Bo Diddley-Beat. Klingt seltsam? Ist es auch! Aber auf eine ganz eigene, gute und zuletzt coole Art und Weise – mit zerkratzer Wayfarer und „Zero fucks given“-Attitüde. Vielleicht ist es auch angemessen zu behaupten, dass die SUBSONICS mit ihrem Neo-Beatnik/Outsider-Rock’n’Roll im Midtempo den Grundstein dafür legten, was dann später durch BLACK LIPS, THEE OH SEES, Jay Reatard und Co. zu einem ganz eigenen Subgenre wurde.